Heimatjuwel: Die Gastronomie braucht definitiv staatliche Unterstützung

In Marcel Görkes „Heimatjuwel“ liegt der Schwerpunkt auf hochwertigen Produkten aus dem Norden.  Seit über zwanzig Jahren kocht Marcel Görke, lernte den Beruf von Grund auf, angefangen im Bankettbereich, über Catering und verschiedene à la carte Restaurants bis hin zur Sterne-Gastronomie.

Sein eigenes Restaurant eröffnete er im Mai 2016.  Mit knapp 30 Plätzen gehört es zu den kleinen  und besonderen Restaurants in Hamburg. Es ist auf einladende Wohlfühlatmosphäre angelegt. Klar ist daher, dass so ein kleiner Betrieb durch die aktuelle Situation heftig betroffen ist. LEINENLOS hat nachgefragt, wie es dem Betrieb in der Corona-Krise geht.

Marcel Görke im Heimatjuwel

LEINENLOS: Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise aktuell auf das „Heimatjuwel“?

Marcel Görke: Die Auswirkung auf mein Geschäft kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht genau sagen, außer das wir natürlich Umsatzeinbußen von 100% haben. Ich denke die eigentlichen Probleme oder den wirtschaftlichen Schaden werden wir dann im Laufe des Jahres sehen. Wobei es natürlich auch ganz entscheidend ist, wie sich das Leben nach der Corona-Krise entwickelt.

LEINENLOS: Welche kreativen Ansätze seht ihr, um den Betrieb während dieser Zeit lebensfähig zu halten?

Marcel Görke: Wir haben das Restaurant seit dem 21.03. komplett geschlossen. Die Mitarbeiter sind bis zum 31.03. im Urlaub und ab dem 01.04. ist Kurzarbeitergeld beantragt. In dieser Zeit ist erstmal nichts geplant. Wir werden etwas renovieren im Restaurant, das war ohne hin geplant. Geplant ist für Ostern, dass ich ein Lammgericht koche, was auf Vorbestellung abgeholt werden soll, so dass die Leute dies für Ostersonntag oder Ostermontag dann zuhause genießen können.

LEINENLOS: Welche Lösungen können Sie in diesen Zeiten Ihrem Personal anbieten?

Marcel Görke: Momentan bin ich noch dabei, mir das eine oder andere Benefiz zu überlegen. Da es ja auch für meine Mitarbeiter eine schwierige Situation ist und sie weniger Geld bekommen und auch das Trinkgeld fehlt.

LEINENLOS: Gibt es etwas, das Sie zur aktuellen Situation gern sagen möchten?

Marcel Görke: Die Gastronomie braucht definitiv staatliche Unterstützung! Dies betrifft vor allem: Versicherungen, die Beiträge reduzieren; das Finanzamt, welches Steuervorauszahlungen stundet; Vermieter, die die Miete aussetzen/reduzieren; Banken, die leichter Kredite vergeben bzw. Tilgungen erlassen; Stromanbieter, die Abschlagszahlungen stunden; Bundesagentur für Arbeit, die Selbständige mit Kurzarbeitergeld unterstützen etc. Einiges davon wurde ja diese Woche schon bekanntgegeben. Da keiner genau weiß, wie lange diese Zeit andauert, ist es wichtig, nicht nur darauf zu hoffen, dass die nun ausbleibenden Gäste nach der Zeit das Doppelte verzehren und damit doppelten Umsatz generieren! Dies wird kaum der Fall sein und ohne die oben genannten Finanzspritzen werden die einen oder anderen diese Krise nicht überleben.

LEINENLOS: Vielen Dank für diese Einblicke in diesen schwierigen Zeiten. Alles Gute für Sie und Ihr Team.

Manfred Troike, 27. März 2020

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