Trotz Corona-Auflagen ein guter Gastgeber sein

Es wird keine schnelle Rückkehr zu einem Alltag geben, wie er noch vor einigen Wochen selbstverständlich schien. Wir sollten uns auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr einstellen, in dem wir mit Auflagen leben müssen. Die Freude über die Wiedereröffnung der Gastronomie ist deshalb verhalten. Jeder Gastronomiebetrieb steht vor der Herausforderung, verantwortungsvoll den Auflagen entsprechend zu handeln, um die Virusausbreitung weiter einzudämmen, und den Gästen trotzdem ein angenehmes Erlebnis zu bieten.

Im Spannungsfeld der Erwartungen

Die gesellschaftlichen Meinungen und Erwartungen sind derzeit in zwei Lager gespalten: Eine Gruppe möchte möglichst schnell wieder einen Alltag ohne große Einschränkungen genießen dürfen, die andere Gruppe sorgt sich vor einem zu sorglosem Umgang mit dem Virus und wünscht sich ein großes Maß an Sicherheit. Auf beide Erwartungshaltungen muss jeder Gastronomiebetrieb für die anstehenden Monate im Rahmen des vorgegebenen Regelwerks seine eigene Antwort finden. Es gilt den eigenen Betrieb unter den ohnehin harten Überlebensbedingungen aufgrund von Abstandsregeln, Sperrstunde und fortbestehenden Reisebeschränkungen, genügend attraktiv für Gäste zu gestalten.

Gasterlebnis unter Corona-Auflagen

Gestaltung des Gastraumes

Die Sitzplatzkapazität wird sich zur Einhaltung des Mindestabstandes auf 50 Prozent oder weniger reduzieren. Die Gäste sind an Tischen so platzieren, dass sie – mit Ausnahme von Wohngemeinschaften – stets den Mindestabstand zueinander haben. Bei der Nutzung und Ausgestaltung des Raumes ist also Fantasie gefragt. Es gibt keine allgemeingültigen Rezepte. Während die ersten Betriebe mit Abtrennungen und gläsernen Kabinen experimentieren, möchten andere über Trennwände jeder Art lieber gar nicht nachdenken, weil mancher dadurch ein starkes Gefühl der Isolation empfindet und Gastronomie ja nun einmal für gemeinsames Erleben und Geselligkeit steht.

Abläufe im Gastbereich

Die Serviceabläufe sollten auf geringe Kontakte zwischen Servicepersonal und Gast abgestellt werden. Wo es möglich ist, sollten Laufwege als Einbahnstraßen markiert werden. Häufiges gründliches Händewaschen sollte auch für das Service-Personal zur Selbstverständlichkeit werden.

Insgesamt wird der Service am Gast durch die Rahmenbedingungen „kühler“ erscheinen: Kein Körperkontakt, kein Händeschütteln, kein Schulterklopfen im Vorbeigehen, kommuniziert wird mit dem Mindestabstand. Sollte der Mindestabstand nicht eingehalten werden können, ist die Schutzmaske zu tragen. Beim Servieren und Abräumen sollte nach Möglichkeit nicht gesprochen werden, weil sich das Virus wird über die Atemwege verteilt.

Freundlichkeit und Kommunikation sind jetzt wichtig

Damit bei all diesen Maßnahmen die Freundlichkeit und Herzlichkeit des Gastgebers nicht auf der Strecke bleibt, ist es wichtig, die notwendige Distanzierung und Maskierung durch geeignete Umgangsformen zu kompensieren. Freundlichkeit und Geduld in der Kommunikation mit dem Gast ist in diesen Zeiten wichtiger denn je.

Da beim Tragen einer Schutzmaske ein Teil des Gesichtsausdrucks verdeckt bleibt, ist es noch wichtiger als zuvor auch hinter der Maske aus tiefstem Herzen zu lächeln. Nur dann wird dieses Lächeln auch in den Augen sichtbar und ist für das Gegenüber erkennbar.

Resümee

Das Arbeiten unter Corona-Bedingungen wird über einen langen Zeitraum allen ein Höchstmaß an Einsatz abverlangen. Sicher ist aber, wenn die Gastronomiebetriebe mit der Einhaltung der staatlichen Auflagen den langsamen Weg aus der Krise gut organisieren, werden sich die Arbeitsbedingungen für das Gastgewerbe auch mittelfristig wieder normalisieren.

Der vollständige Artikel zum Gastronomie-Restart unter Corona-Auflagen, findet sich unter Gastivo Inspritation:

Dem Gast trotz Corona ein gutes und sicheres Erlebnis bieten

Manfred Troike, 15. Mai 2020

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