DSGVO – erste Erfahrungen

Das Rechtswesen hat eine starke wirtschaftliche Seite. Daher wurde nach Inkrafttreten der Europäischen Datenschutzgrundverordnung eine Welle von Abmahnungen aus der sog. „Abmahn-Industrie“ erwartet. Die ist bisher zwar ausgeblieben, aber noch immer kann man keine sicheren und konkreten Empfehlungen ableiten, wie man die Vorschriften der DSGVO im Webbereich wirklich rechtssicher umsetzen soll.

Große Abmahnwellen sind bislang ausgeblieben

dsgvo abmahnungEinzelne Vorstöße von Unternehmen, die Wettbewerber abmahnen ließen, wurden zwar bekannt und in den Medien diskutiert. So wurden angebliche Verstöße abgemahnt, wie etwa das völlige Fehlen einer Datenschutzerklärung auf einer Firmenwebsite.

Der Bundesinnenminister hat die Landesdatenschutzbeauftragten gebeten, mit ruhiger Hand vorzugehen, wenn sie Verstöße gegen die DSGVO feststellen sollten und aus dem Bundestag hört man, dass man sich dem Thema Abmahnungen als Geschäftsmodell widmen möchte.

Die Unionsfraktion will angeblich noch vor der Sommerpause dafür sorgen, dass vorübergehend bei DSGVO-Abmahnungen keine teuren Gebühren mehr verlangt werden können.

Verzicht auf die eigene Website – keine kluge Idee

Dennoch ist die Verunsicherung und Sorge gerade bei den kleinen Unternehmen in Bezug auf den Betrieb der eigenen Webpräsenz groß. Einige Webseitenbetreiber kamen auf die Idee, aus Angst vor der DSGVO oder zur Vermeidung von Aufwand, die eigene Webpräsenz stillzulegen oder ganz aufzugeben. Das ist keine gute Idee, denn die eigene Website ist ein Hauptkommunikationskanal für Kunden und Interessenten. Es ist daher eine dringende Empfehlung, nicht auf eine eigene Website zu verzichten, sondern sie im Gegenteil zu pflegen, aktiv zu fördern und als zentralen Kommunikationsweg zu Kunden und Interessenten zu etablieren.

Der von kleineren Gastronomiebetrieben in der Vergangenheit immer häufiger gewählte Weg, statt einer eigenen Homepage lieber hauptsächlich oder sogar ausschließlich eine Facebook-Seite zu nutzen und intensiv zu bespielen, hat sich gerade angesichts der Datenskandale aus der unmittelbaren Vergangenheit als gefährlich erwiesen.

Es kann fatal sein, sich von anderen Plattformen, auf denen man die Darstellung seiner eigenen Inhalte nicht komplett unter Kontrolle hat, abhängig zu machen. Eben weil diese sozialen Plattformen selbst Werbeträger sind, eigene Interessen verfolgen und damit auch Risiken ins Spiel bringen.

Insgesamt kann man jedoch bisher sagen, es sieht so aus, als hätten nach dem 25. Mai 2018 viele erleichtert durchgeatmet.

Weiterführende Links:

Was Gastronomen zur EU Datenschutzgrundverordnung wissen müssen, LEINENLOS, 16. Mai 2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solve : *
12 ⁄ 6 =


Lesen Sie weiter:
Webdesign, Suche, Analyse, SEO
Standortanalyse – wichtiges Element der Gastro-Finanzierung

Eine ausführliche Standortanalyse ist ein unverzichtbares Element des Businessplanes für Gastronomiegründungen.

Schließen