Gründeridee Cucumis, Getränke-Innovation mit Kultpotential aus Hamburg

Die Zahl an Getränke-Innovationen, die sich ständig neu am Markt zu etablieren versuchen, ist riesig: Wasser, Wasser mit Fruchtzusatz, Saftschorlen, Säfte, Limonaden und Fruchtsaftgetränke in allen möglichen Geschmacksrichtungen. Aber nur selten hat ein neues Getränk genug Potential, sich dauerhaft zu halten.

Wesentlich für die Tragfähigkeit eines neuen Getränkes ist es, wie weit es zu den aktuellen Trink- und Essgewohnheiten passt, vor allem aber, welches Lebensgefühl es widerspiegelt.

Mit Cucumis hat nun ein neues Getränk die Bühne betreten, das in der Schnellebigkeit der Welt der Getränke-Innovationen heraussticht, weil es das Potential zur Langlebigkeit hat. Zwei junge Männer aus Hamburg haben einen Trend erspürt, der sich international bereits abzeichnete, aber in Deutschland noch nicht angekommen war: Ein Erfrischungsgetränk auf Gurkensaftbasis, ein Getränk, das sowohl für sich allein stehen kann als auch in Mischgetränken perfekt Verwendung findet.

Das Gründer-Duo Vasco Emmanuel Kulke und Till Fischer-Bergst hatten den Mut, als Seiteneinsteiger im Getränkemarkt mit Cucumis ihre Getränke-Idee zu realisieren. Der Erfolg ihres ersten öffentlichen Auftritts auf der Internorga 2015 in Hamburg war unglaublich! Presse-Echo wie auch Insider-Reaktionen am Markt überschlugen sich. Von den beiden Cucumis-Gründern werden wir künftig noch manches hören. LEINENLOS hatte das Glück, ein Interview mit den beiden frisch gebackenen Unternehmern führen können.

Die Herausforderung war nicht, ein Produkt zu schaffen, das der Markt nicht erwartet hat, sondern ein Produkt zu schaffen, das der Markt erwartet, das aber noch nicht da ist.

Vasco Emmanuel Kulke, Cucumis GmbH

Der Mitschnitt des Gespräches mit Vasco Emanuel Kulke und Till Fischer-Bergst steht hier als Podcast zum Anhören und zum Download im mp3-Format (14,5 MB) bereit.

Interview-Download (speichern über rechte Maustaste): Vasco Kulke und Till Fischer-Bergst im Gespräch mit LEINENLOS
Hintergund-Musik bei Intro und Abspann: “I dunno” by grapes / CC BY 3.0

Für diejenigen, die das Wesentliche gern lesen möchten, gibt es das Gespräch als Transkript unterhalb des Foto-Sliders.

  • Cucumis-Gründer Vasco Kulke und Till Fischer-Bergst

 

Cucumis stellt ein Getränk aus Gurkensaft-Basis her. Ihr kommt beide nicht aus der Getränkebranche. Wie kommt man dazu, ein solches Produkt zu entwickeln?

Vasco: Die meisten Menschen, so auch wir, sind Genussmenschen. Für uns waren deswegen Lebensmittel und Getränke schon immer ein faszinierendes Thema. Auch die Philosophie dahinter, d.h. die Produkte, die Herstellungsprozesse. Da wir beide unabhängig voneinander das Glück hatten viel zu reisen, nimmt man natürlich viele Ideen mit, bekommt Inspirationen, gerade auch aus dem Lebensmittelsektor. Das Getränkethema war für uns immer schon spannend. Das ist so etwas wie eine Utopie, wo jemand sich eine eigene Bar wünscht, wo die eigene Musik läuft, die eigene Philosophie umgesetzt wird, wo man sich als Gastgeber so geben kann wie man ist. So kam es zu der Getränke-Idee, bei uns beiden ganz unabhängig voneinander.

Ging es gleich in eine Richtung, die mit einem Getränk auf Gurken-Basis zusammenhängt oder hätte es auch ein ganz anderes Mischgetränk werden können?

Till: Also wir haben viel experimentiert. Zunächst auch mit dem Einsatz von Ingwer. Die Richtung orientierte sich an hausgemachten Limonaden. Auch ich habe mitbekommen, dass es bereits in vielen guten Restaurants z.B. in New York Gurken-Limonade gibt.

Vasco: Wir haben beide gewusst, wir wollen ein Getränk machen, waren aber zum Glück außerhalb des Startup-Booms, den Fritz-Kola in Hamburg ausgelöst hatte. Wir wussten, wie schnelllebig zurzeit die Industrie ist und wie viele Produkte auf den Markt kommen, von denen sich nur wenige etablieren. Die Herausforderung war nicht, ein Produkt zu schaffen, das der Markt nicht erwartet hat, sondern ein Produkt zu schaffen, das der Markt erwartet, das aber noch nicht da ist.

Ich habe neben meiner Tätigkeit als Musiker, wenn das Geld knapp war, viel in Bars gearbeitet und die Gurke ist da omnipräsent. So war uns beiden schließlich schlagartig klar, das ist ein einfaches, bescheidenes Produkt, es ist universell einsetzbar, es ist nicht zu aufdringlich im Aroma, ein Produkt, das schlicht und bescheiden ist.

Was bringt ihr für dieses Start-up mit?

Vasco: Ich komme, wie gesagt aus der Musik, habe früher eine zeitlang gemodelt und was wir beide mitbringen ist das Glück, viel gereist zu sein, dabei viel Inspiration und Innovation erlebt zu haben und das dann in dieses neue Konzept einzubringen.

Was brauchte es dann, nachdem die Idee einigermaßen rund war, um loszulegen?

Vasco: Viel Akquise von Wissen. Wir waren komplette Neulinge. Wir haben zu Hause angefangen, damit zu experimentieren: 100 Tage lang 5 Tage die Woche Gurken und verschiedenste Zuckersorten kaufen; man wusste, was man braucht: Kaffeefilter, Leinentücher, Stabmixer, einen Pürierer, verschieden Zuckerarten. Aber der wirtschaftliche Aspekt dabei war ein eher naiver Angang: Wer stellt Glas her? Aha, es gibt ja Abfüller – Wer macht das? Was sind die Anforderungen bis hin zur Lebensmittelkennzeichnungsverordnung LMIV. Wir haben jede Woche dazu gelernt.

Wie ist das Erscheinungsbild von Cucumis entstanden?

Till: Wir hatten schon eine Idee davon, wie es sein soll. Es sollte nicht trendorientiert sein, sondern sollte ein klassisches Produkt werden. Dazu musste das Design passen. Wir wollten einen ästhetischen Auftritt, unaufdringlich, nicht so ein knalliges Logo. Da haben wir dann zum Glück jemanden gefunden, der uns dabei sehr geholfen hat, Lennart Niemann. Er hat das Design mit uns zusammen entwickelt.

Vasco: Zeitlosigkeit ist uns besonders wichtig, sowohl beim Image als auch für das Produkt. Unaufdringlich, schlicht und bescheiden.

Wie seid ihr dann mit eurem begrenzten Budget umgegangen? Was braucht man, um mit so einer Getränke-Idee an den Markt zu gehen?

Vasco: Je mehr man vorarbeitet und selbst vorbereitet, desto mehr Geld spart man. Es gibt bei einer Unternehmensgründung natürlich auch Kosten, die kann man nicht umgehen, wie z.B. die Notarkosten und anfänglichen Anwaltskosten. Aber ansonsten gilt, je weniger Instanzen man braucht, je mehr man sich selbst erarbeitet, desto mehr Geld spart man auch.

Wir haben viele Mineralbrunnenquellen besucht, von denen viele mit uns dieses Produkt auch realisieren wollten. Auf Grund der Wasserqualität, aber auch ein wenig aus einem Bauchgefühl heraus, haben wir uns dann für unseren jetzigen Abfüller entschieden, die Auburg-Quelle bei Bremen. Man hatte eine grobe Vorstellung von der Summe, die man benötigt, aber letztendlich war es dann doch ein stetiger Prozess und wir sind am Ende ein wenig über dem Budget gelandet, das wir eigentlich geplant hatten.

Jetzt müsst ihr eure erste Charge ja auch in den Verkauf bringen. Habt ihr im Vorfeld irgend etwas getan, um bestimmte Absatzkanäle auch schon sicher zu haben?

Vasco: Nee, als wir die Idee hatten für das Produkt, wussten wir nicht, welche Resonanz es haben würde. So etwas wie der große Gin-Trend, den wir gerade erleben, war nicht absehbar, als wir uns für das Produkt entschieden haben. Ich hoffe aber, dass wir davon profitieren werden.

Es bringt nichts, Leuten von einem Produkt zu erzählen, wenn sie es nicht testen können. Man findet keine Partner, die einem auf Grund einer Getränke-Idee irgendwelche Abnahmegarantien geben.

Ihr wart jetzt auf der Internorga, habt euch kurzfristig zur Messeteilnahme entschlossen und innerhalb von 3 Wochen einen Messestand auf die Beine gestellt. Wie ist die Resonanz?

Vasco: Atemberaubend! Wir sind ein Vorzeigeunternehmen für die Wirksamkeit eines Messeauftritts. Wir werden die nächsten Monate noch damit zu tun haben.

Was war eine für euch besonders bedeutungsvolle Erfahrung aus dieser ganzen Gründerzeit?

Vasco: Es war die ganze Zeit eine positive Energie, weil Till und ich uns auch sehr gut ergänzen. Der eine ist ruhiger, der andere ist etwas aufgedrehter. Die positivste Resonanz ist natürlich die Messe. Die Presse vergleicht uns mit Red Bull. Man sagt, in den letzten 15 Jahren gab es keine Innovation, die die Chance hatte, global zu werden. Das ist derzeit auch unserer größte Sorge, nicht nur Hamburg für uns zu gewinnen sondern uns europaweit zunächst einmal selektiv aber eben doch in der Breite aufzustellen. Wir haben das große Glück, dass diese Messe und die Presse uns so viel Resonanz gegeben haben, dass wir nirgendwo mehr Listungskosten zahlen müssen. Die Großhändler rufen bei uns an. Wir sind da aber bescheiden und bleiben auch bescheiden und sind unglaublich dankbar für diese Entwicklung.

Habt ihr angesichts der großen Resonanz nun nicht auch ein wenig Angst vor dieser Größe, die euer Geschäft schlagartig annehmen müsste, wenn ihr all diese Anfragen bedienen wolltet?

Vasco: Das ist richtig. Es gibt ja auch Unternehmen, die durch Expansion zu Grunde gegangen sind. Aber unsere größte Angst ist wirklich, jetzt von einem größeren Konzern überrannt zu werden.

Kann man das Getränk in irgendeiner Weise schützen lassen?

Till: Nein, eine Rezeptur kann man nicht schützen lassen. Die Marke ist natürlich geschützt. Deshalb ist es auch jetzt unser Ziel, europaweit zu launchen in prestigeträchtigen Objekten, die wichtig sind für die Szene und für das Bewusstsein des Konsumenten, und sich dann schrittweise um alles zu kümmern.

Nun seid ihr durch die bisherigen Aktivitäten bis zur Messe durchaus ausgepowert und müde.

Vasco: Absolut! Das war jetzt schon seit Monaten ein sehr kräftezehrender Prozess. Aber wir sind unglaublich dankbar dafür, dass wir das tun können, was wir lieben, dankbar für unsere Selbständigkeit, das Arbeiten ohne einen anderen Chef. Und ich glaube, das gibt einem auch viel mehr Kraft, als man sonst hat in einem abhängigen Arbeitsverhältnis.

Wie teilt ihr euch die Aufgaben auf?

Till: Im Moment ist das noch relativ durcheinander. Zur Zeit betreut jeder die Ansprechpartner und Kontakte, die er selber auf der Messe gehabt hat. Das geht jetzt am Anfang noch so, aber in Zukunft werden wir die Aufgaben wesentlich besser teilen müssen. Ich mache auf jeden Fall mehr den wirtschaftlichen Teil und die Buchhaltung und all die Dinge, die mehr mit Zahlen zu tun haben. Vasco ist mehr der Mann für Gespräche und die Außendarstellung.

Ich sehe, dass es derzeit bei euch ausgesprochen spannend ist und auch ganz spannend weitergehen wird. Ich freue mich, dass wir Gelegenheit hatten, so kurz nach eurem Messeauftritt auf der Internorga mit euch zu sprechen uns sage vielen Dank.

Das Gespräch mit Vasco Kulke und Till Fischer-Bergst führte Manfred Troike am 30. April 2015

Weitere Links:

Cucumis bringt Lavendel-Limonade auf den Markt, 6. November 2015


5 Responses to “Gründeridee Cucumis, Getränke-Innovation mit Kultpotential aus Hamburg

  • Hallo,
    ich habe neulich diese herrliche Limo getrunken und würde sie gerne kaufen. Gibt es eine Adresse in Berlin?
    Freundlich grüßt Sybille Koenig

  • Soweit mir bekannt ist, hat die Limonade inzwischen schon die deutschen Grenzen überschritten und hat Wien und Zürich erreicht. In Berlin ist sie bereits im Juni angekommen, z.B. bei Getränkefeinkost Berlin.

  • Ja, mein Besuch als Ex-Hamburger in Hamburg und nun Kreateur meiner Eigenmarke mit GIN FL3UR „Made in Pfalz“, habe ich Cucumis + GIN FL3UR 60% (Fassstärke) gemischt und ausprobiert. Eine tolle – leckere Produktidee! Cucumis möchte ich gerne in meinem GIN-Programm aufnehmen und im Süden der Republik als Gaumen-Symbiose -die unzertrennlichen Zw2ei- anbieten. Der GIN GESANDT3R lässt Grüßen, Christian Kretschmar

  • Super erfrischend euerCucumis !!! Ich war sehr positiv überrascht als mit der lässige Kellner im Burger Laden Langenhorn dieses Getränk empfahl.
    Hammer, es schlug ein wie eine bombe..danke!
    Wo bekomme ich die „Limonade“ beim Händler?

    Liiiiiiebe Grûße
    Antonia
    Dipl. oec. troph.

    • Liebe Antonia, Cucumis ist auch immer häufiger im Einzelhandel zu finden, z.B. im Getränkeparadies Wolf in der Schanzenstraße in Hamburg oder auch Online über Amazon.

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