Getränke-Innovationen Schlag auf Schlag: Cucumis bringt Lavendel-Limonade auf den Markt

Das Gründer-Duo Vasco Emmanuel Kulke und Till Fischer-Bergst hat mit der Erfindung der Gurkenlimonade Cucumis innerhalb von wenigen Monaten eine unglaubliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Den beiden kreativen Köpfen hat das aber nicht gereicht. Schon kurz danach stellen sie nun ein weiteres ganz neues Erfrischungsgetränk vor: Eine Limonade auf Lavendel-Basis, abgerundet mit einem Hauch Bergamotte, „Cucumis Lavender“.

Mit ihrem Produktfortfolio verfolgen die beiden Getränke-Schöpfer den Ansatz, gesunde, zeitlose Getränke auf natürlicher Basis zu schaffen, die durch ihre Einfachheit bestechen und dennoch durch ihren völlig neuen Ansatz ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal haben.

LEINENLOS hatte das Glück, vor der offiziellen Einführung ihres neuesten Limonaden-Getränkes mit den beiden ungewöhnlichen Firmengründern über ihr neues Produkt und das Geheimnis ihres bisherigen Erfolges sprechen zu können.

Wir wollten entschleunigen, bewusst nicht aufsetzen auf den ganzen Energy-Hype. Lavendel hat sehr gut zu unserem Ansatz gepasst, weil es wie die Gurke omnipräsent ist. Ein Produkt braucht eine Daseinsberechtigung, nicht die x-te Variante von etwas Bekanntem.

Vasco Emmanuel Kulke, Cucumis GmbH

Der Mitschnitt des Gespräches mit Vasco Emmanuel Kulke und Till Fischer-Bergst steht hier als Podcast zum Anhören und zum Download im mp3-Format (12,8 MB) bereit.

Interview-Download (speichern über rechte Maustaste): Vasco Kulke und Till Fischer-Bergst im Gespräch mit LEINENLOS
Hintergund-Musik bei Intro und Abspann: “I dunno” by grapes / CC BY 3.0

Ein Transkript des Gespräches gibt es unterhalb des Foto-Sliders.

  • Cucumis Gründer-Duo Till Fischer-Bergst und Vasco Kulke

Ich finde es toll, dass ich in so kurzer Zeit nach dem Erscheinen von Cucumis am Markt heute erneut bei euch sein kann. Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, dass so schnell ein neues Produkt aus dem Hause Cucumis kommt. Mit Cucumis Lavender scheint es dazu noch ein komplett anderes Produkt zu sein. Und das relativ kurz nach dem doch sehr raketenhaften Start eures ersten Produktes, der Cucumis Gurkenlimonade. Wie kam es dazu, so schnell etwas Neues zu machen?

Vasco: Die Lavendel-Idee ist wie die Gurke auch schon ganz lange in unserem Bewusstsein gewesen. Wir haben allerdings in der Gurke zunächst das größere Potential gesehen. Wir hatten auch früher schon überlegt, ob wir noch eine zweite Variation von der Gurke machen, z.B. „in dry“ mit weniger Zucker. Da es aber jetzt auch schon ein bis zwei Konkurrenzprodukte gibt, die die Idee nachgemacht haben, aber bisher zum Glück am Geschmack gescheitert sind, was man an den Absatzzahlen sieht, waren wir eigentlich auch ganz zufrieden mit dem Produkt. Cucumis hat ein Alleinstellungsmerkmal, das braucht man nicht mehr unnötig verändern, es sei denn, es langfristig besser zu machen ohne die Grundidee zu verändern.

Die Lavendel-Idee war schon im Raum kurz nach dem Launch von Cucumis, aber es war einfach nicht die Zeit da, um es gleich anzugehen. Das Produkt selbst ist etwas leichter zu realisieren, denn von Lavendel gibt es sehr viele hochwertige Aromen wie auch Konzentrate aus Lavendelblüten.

Lavendel hat mich jetzt als Getränk sehr überrascht. Zunächst einmal denkt man an die ganzen Duft-Produkte, man kennt Lavendel aber auch aus dem medizinischen Sektor, bei der inneren Anwendung denke ich dann in erster Linie an Lavendel-Tee, beruhigend und gut für die Seele.

Vasco: Genau

Das jetzt als Limonade zu verarbeiten, wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen.

Vasco: Wir wollten entschleunigen, bewusst nicht aufsetzen auf den ganzen Energy-Hype. Lavendel hat deswegen trotzdem sehr gut zu unserem Ansatz gepasst, weil es wie die Gurke omnipräsent ist. In allen Cafés und Bars sieht man Lavendel-Sträucher, einige arbeiten auch schon mit Lavendel-Extrakten in der Cocktail-Branche. Und auch hier war es wie bei Cucumis unser Ideal, nicht zu viel zusammen zu mischen bis man nicht mehr erkennt, was es ist, sondern eine ganz einfache Zusammensetzung zu nehmen aus Lavendel-Essenz und ein bisschen Bergamotte, damit diese Säure-Komponente aus der Limonade auch gegeben ist.

Als das Produkt fertig war, wussten wir einfach: Das passt perfekt zu unserem Portfolio und zu unserem Anspruch an uns selbst. Wir wollen jetzt keinesfalls forciert immer wieder neue Sorten herausbringen.

Ein Produkt braucht eine Daseinsberechtigung, nicht die x-te Variante von etwas Bekanntem.

Nun gab es bei der Gurkenlimande ja immerhin schon einen internationalen Markt, den ihr bereits erkannt hattet. Bei Cucumis Lavender habe ich den Eindruck, dieser Markt ist gegenwärtig noch nicht da. Und ich persönlich hätte auch zunächst einmal Vorbehalte. Vielleicht würde die Neugier siegen, vielleicht würde ich es aber trotzdem gar nicht erst probieren, weil es mir so fremd erscheint. Habt ihr trotzdem das Gefühl, dass ein Markt dafür da ist? Oder hofft ihr darauf, dass sich die Lavendel-Limonade im Fahrwasser des Erfolges von eurem ersten Getränk durchsetzen wird.

Vasco: Nee, gar nicht mal. Das war mit der Gurke genauso, viele müssen es erst einmal probieren, dann kommt der Aha-Effekt. Das wichtigste, was wir nach wie vor machen, sind Tastings. Da gewinnt man Kunden am Stück, weil die Leute sagen „das schmeckt ja wirklich fantastisch“. Probieren ist immer das wichtigste, weil man sich Geschmack nur schwer vorstellen kann.

Aber ich denke ganz im Gegenteil, dass Lavendel nicht auf Grund des Erfolges des ersten Produktes siegen wird, sondern weil es einfach ganz großartig schmeckt. Es kommt hinzu, man findet heute nicht eine Zeitung, die sich mit Küche oder Rezepten beschäftigt, ohne auf einen Lavendelzweig oder die Illustration einer Lavendelblüte zu treffen. Lavendel ist einfach omnipräsent.

Das sind die Feinheiten auf die Till und ich achten, immer mit dem Gedanken, wie kann man etwas noch anders etablieren als in seiner wohlbekannten Weise, im Fall von Lavendel anders als nur in Duftkissen.

Nun sollte Cucumis, die Gurkenlimonade, ja zunächst für sich alleine stehen, hat sich dann aber auch schnell als Zutat für Mischgetränke etablieren können. Wäre das mit Lavendel genauso oder steht das jetzt wirklich für sich allein?

Till: Unser Ausgangspunkt war ja, etwas Einfaches zu kreieren, etwas das zeitlos ist. Das ist mit Cumumis Lavender das gleiche, es ist ein einfacher Stoff mit Bergamotte zum Abrunden, nicht dieses Angestrengte.

Vasco: Wir hatten mit Cucumis nie vor, ein Filler zu sein, und das ist mit Cucumis Lavender auch so. Trotzdem war es gleich zu Beginn so, dass sich die Top-Barkeeper dafür interessieren, weil es für Mischungen interessant ist. Das liegt einfach daran, dass die Leute einfach seit fünf, sechs Jahren gelangweilt waren von dem, was auf den Markt kam. Da war nichts dabei, das inspiriert hat, etwas Neues zu probieren. Und dieses Produkt hat nun einfach ein derartiges Alleinstellungsmerkmal, dass nicht nur der Konsument, der seinen Durst stillen möchte, darauf aufmerksam wird, sondern eben gerade diese kreative Zielgruppe von Leuten, die sich den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigt als mit neuen Getränke-Kreationen, Mixologic-Kultur und Cocktails. Deshalb glaube ich, dass Lavendel ein noch nicht absehbares Potential hat und in keiner Weise unter dem Niveau von Cucumis, der Gurkenlimonade, sein wird.

Nun war ja der Erfolg von Cucumis so eine richtige Herausforderung für euch, weil das Getränk schlagartig so stark nachgefragt wurde und euch dadurch unter Druck setzte, diesen Bedarf jetzt auch zu erfüllen. Besteht da nicht die Gefahr, dass man sich mit einem weiteren Produkt, das man so kurz danach auf den Markt bringt, auch überheben kann?

Till: Übernehmen kann man sich mit dem zweiten Produkt eigentlich nicht. Wenn man die Idee hat, dann sollte man sich auch nicht zurückhalten. Sonst könnte es sein, dass ein anderer diese Idee umsetzt, weil die Zeit dafür reif ist. Da die logistischen Wege mit unserem ersten Produkt bereits erarbeitet worden sind, ist es jetzt vielleicht nicht ganz so schwer, als wenn man ganz neu startet. Wir haben die Vorarbeit ja bereits gemacht.

Die Idee war da, jetzt müssen wir eigentlich nur noch auf die Kunden zugehen und sie von dem Produkt überzeugen.

Vasco: Die beiden Produkte stechen sich nicht aus, sondern ergänzen sich in gewisser Weise. Wir versuchen die gleiche Zielgruppe zu erreichen und setzen auf die gleiche Produktphilosophie. Und mit der Auburg Quelle haben wir einen fantastisch starken Partner, der uns dieses Wachstum auch praktisch ermöglicht hat.

Jetzt setzt man mit Lavendel ja trotzdem auf das schon gesetzte Label Cucumis, was aber eigentlich nicht so richtig passt, weil in Cucumis Lavender ja gar keine Gurke mehr drin ist, oder doch?

Vasco: Zu Anfang hatten wir den Gedanken, es vielleicht Lavendis zu nennen und nicht Cucumis. Wir haben uns wirklich schwer getan, sind alle Namensideen durchgegangen und dann doch zu dem Ergebnis gekommen: Cucumis, das ist unsere Marke. Wir haben viel Energie da hinein gesteckt, uns die Bild- und die Wort-Marke zu sichern. Mit einem neuen Produkt unter anderem Namen würde das ganze Prozedere wieder von vorn beginnen. Am Ende sind wir auch sicher, dass dieser Name passt, er schreibt sich sehr schön, hat viele Vokale und wir sind die Cucumis GmbH, weil die Gurke alles möglich gemacht hat.

Till: Es sind viele Dinge, die dazu beigetragen haben, dass es jetzt Cucumis heißt. Letztendlich war es uns auch wichtig, eine Dachmarke zu haben. Unser Internet-Auftritt ist auf Cucumis aufgesetzt, das ist die einfachere Lösung und stärkt zugleich die Marke Cucumis.

Das tut es sicherlich und auch rein farblich wird es sehr schön aussehen, wenn die beiden Produkte nebeneinander im Regal stehen, ein sanfter Grünton neben einem zarten Lila.

Vasco: Auch diese Farbe Lila ist ein Alleinstellungsmerkmal, das es so auf dem Markt für eine Flüssigkeit noch nicht gibt. Das war auch ein Grund uns zu beeilen, das Produkt bis zum Ende dieses Jahres noch durchzusetzen. Auch wir hätten vor sieben Monaten nicht gedacht, dass wir jetzt noch eine zweite Limo in der Kürze der Zeit etablieren.

Das Lavendel-Aroma ist wirklich höchste Güteklasse, ein natürliches, biologisches Aroma, das wir aus Frankreich beziehen, gewonnen durch Wasserentzug und Aufkochen wie beim Gurkengrundstoff. Und die Produktion übernimmt nach wie vor die Auburg Quelle.

Wie groß ist die Gefahr, dass relativ schnell Nachahmer-Produkte auf dem Markt erscheinen, zumal man die Mischung nicht gut schützen kann?

Vasco: Ich bin mir sicher, dass es Nachahmer geben wird, wenn das Produkt Anklang findet. Aber es hat schon seine Gründe, dass wir ein Jahr gebraucht haben, bis wir mit unserer Gurkenlimonade auf den Markt gekommen sind und sehr, sehr viel Zeit in die Rezeptur und die Entwicklung gesteckt haben. Da wird dann auch nicht jemand kommen und in drei Monaten, egal mit welchen Mitteln, eine bessere Limonade auf den Markt bringen können. Denn es geht beim Geschmack trotzdem um Details.

Haben die beide Produkte auch einen jahreszeitlichen Schwerpunkt? Cucumis vielleicht eher ein erfrischendes Sommergetränk und Cucumis Lavender eher ein Produkt für die dunkle Jahreszeit?

Till: Ich bin überzeugt, dass die beiden Getränke von den Jahreszeiten eher unabhängig sein werden. Allerdings ist Cucumis Lavender mit seiner etwas herberen Note sicher auch ein besonders schönes Getränk in der winterlichen Zeit.

Vasco: Cucumis Lavender ist noch etwas leichter, hat noch etwas weniger Zucker und schmeckt dadurch auch besonders frisch. Es ist anders als man es zunächst erwartet. Es gerade in dieser Jahreszeit herauszubringen hatte keinen strategischen Grund.

Gibt es bestimmte Aktionen mit denen Cucumis Lavender eingeführt wird?

Till: Wir werden zunächst einmal die Personen, die schon angefragt haben, mit der ersten Abfüllung bestücken. Wir exportieren ja auch in die Schweiz, nach Österreich und nach Holland. Russland kommt jetzt noch hinzu.

Wie seid ihr personell inzwischen aufgestellt?

Till: Am Anfang waren wir nur zu zweit, aber inzwischen ist Mareike bei uns fest angestellt, die auch schon vorher bei uns immer mal eingesprungen ist und sehen konnte, wie es bei uns so läuft. Es war auch dringend nötig uns zu verstärken. So ein Unternehmen zu dritt bedeutet schon viel Arbeit. Je größer man wird, desto komplexer wird es ja auch. Gerade auch mit dem hinzu gekommenen Auslandgeschäft und den entsprechenden Lieferwegen brauchten wir Verstärkung.

Ich bin gespannt, wie sich das Ganze entwickelt. Dass in so kurzer Zeit ein weiteres ganz neuartiges Produkt aus dem gleichen Hause kommt, zeigt sehr viel Kreativität. Das fasziniert mich enorm. Ich wünsche dem Produkt genauso viel Erfolg und einen ähnlich raketenartigen Start, wie das bei eurem Erstling der Fall war.

Das Gespräch mit Vasco Kulke und Till Fischer-Bergst führte Manfred Troike am 6. November 2015

Weitere Links:

Gründeridee Cucumis, Getränke-Innovation mit Kultpotential aus Hamburg,  30. April 2015


Trackbacks & Pings

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.