Hamburger Eiscafé überzeugt Gastro-Gründerpreis-Jury

Am 9. Oktober wurde erstmalig der Gastro-Gründerpreis verliehen. Die fünf Gewinner erhielten im Rahmen der Berlin Food Night ihre Auszeichnung. Mehr als 200 Existenzgründer nahmen an diesem Gründerwettbewerb für Gastronomen teil. Die Jury wählte aus 25 Finalisten die fünf besten Gastronomiegründungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die mit Ideenreichtum, Innovation und Gründergeist überzeugten.

So unterschiedlich die Gewinner-Konzepte auch sind, alle arbeiten mit bekannten Strömungen und Trends:

  • Regionalität
  • Nachhaltigkeit
  • Natürliche Herstellung
  • Rückbesinnung auf Traditionen
  • Transfer bekannter Erfolgskonzepte in einen neuen Rahmen.

Damit folgt die Gewinnerauswahl dem Grundgedanken des prominenten Jury-Mitglieds Fernseh-Koch Christian Rach, der durch die RTL-Sendung „Rach, der Restauranttester“ überregional bekannt wurde:

Ein gutes Konzept ist ein Drittel Tradition, ein Drittel neuartig und ein Drittel geklaut.

Eisprinzessinnen

Unter den fünf pämierten Gewinnern ist auch eine Hamburger Eis-Manufaktur: Die Eisprinzessinnen. Die beiden Gründerinnen Katrin Kerkhoff und Lara Oppenberg sind eigentlich ausgebildete Architektinnen. Für ihren Traum vom eigenen Eis-Salon haben sie ihren Beruf an den Nagel gehängt und mutig eine neue Ausbildung in der Eisfachschule gemacht und das Eis-Diplom erworben. In ihrem Eis-Café bieten die beiden Gründerinnen nicht nur köstliche, von Hand gemachte  Eiskreationen unter Verzicht auf Farbstoffe, Emulgatoren, künstliche oder naturidentische Aromen und Konservierungsstoffe. Sie wollen mit ihrem Café auch einen Ort der Begegnung schaffen.

Eisprinzessinnen, Am Rathenaupark 15, 22763 Hamburg

Ähnliche Konzepte, die bei LEINENLOS bereits vorgestellt wurden: Café Brooks – Geburt eines Stadtteilcafés und Veganista – Vegane Eisdiele

Die weiteren Gewinner

Suppdiwupp, Nürnberg

Gründer Ferdinand Pillenstein setzt auf den Trend der Suppen-Bars. Auch dieser Trend stammt wie so vieles aus den USA. Dort gibt es eine Vielzahl an Bars, in denen als Hauptprodukt vor allem Suppe in allen Variationen angeboten wird. Die Ausbreitung von Suppenbars in Deutschland schreitet rasant voran und die Branche wird sich wohl auch in den nächsten Jahren positiv entwickeln. Eine Gründung in diesem Bereich hat daher  gute Aussichten auf Erfolg.

Suppdiwupp kombiniert Suppe und Brotzeit mit Leidenschaft, Humor und Aufmerksamkeit. Regional, frisch, handgemacht aus saisonalen Produkten und Nachhaltigkeit durch kompostierbare Verpackung für den angeschlossenen Lieferservice machen die Suppdiwupp-Suppen zu einem zeitgemäßen Gastronomiekonzept.

Zur Krone, Ostheim

Kai Petersen adaptiert das spanische Tapas-Konzept in seinem Restaurant „Zur Krone“ für regionale Spezialitäten. Mit „RhönHappen“ aus dem Dreiländereck Bayern, Thüringen und Hessen setzt er auf Regionalität und handgemachte Qualität mit Tradition – Authentizität ganz ohne Schnickschnack.

Auch diese Idee setzt auf bekanntes auf: Das Konzept von La Baracca versuchte italienische Speisen auf ein tapas-ähnliches Konzept zu übersetzen.

Hallo Werner, Augsburg

Mit „Hallo Werner“ transportieren die vier Gründer (drei Seiteneinsteiger, ein Gastronom) das Konzept einer traditionellen Hamburger Kiezkneipe in den Süden Deutschlands nach Augsburg. Ein freches, einmaliges Angebot, das sich hauptsächlich an ein junges, studentisches Publikum richtet. Ob das zündet? Adaptionen von regional-typischen Konzepten in andere Umgebungen bergen manches Risiko. Aber die Hallo-Werner-Gründer sind bereits sturmerprobt: Sie mussten schon nach vier Monaten auf Grund von Ärger mit den Nachbarn schließen und wagten einen Neustart an neuer Location.

TeaTales, Berlin

Seit einigen Jahren wird Tee in der Gastronomie neu entdeckt, was unbestritten auch mit dem Wellness- und Gesundheitstrend zu tun hat. Der Trend zu aufgeschäumten – und nicht gerade billigen – Kaffee-Spezialitäten bescherte der Branche in den vergangenen Jahren gute Geschäfte. Deshalb träumt man seit langem davon, diese Erfolgsgeschichte mit Tee zu wiederholen. Auch die TeaTales-Gründer Nina Schröder und Philipp zu Löwenstein haben diese Vision: Das erfolgreiche „Starbucks“-Konzept  mit Tee neu auflegen. Sie bieten sowohl dem Teeliebhaber als auch dem Teeneuling einen Tee in bester Qualität „to go“.

Meine persönliche Einschätzung: Der Charakter von Tee-Genuss widerspricht einem „To-Go“-Ansatz. Daher überzeugt mich das Konzept nicht. Man darf daher diesen Ansatz mit Spannung verfolgen. Siehe dazu auch: LEINENLOS -Tee ist der neue Trend.

12. Oktober 2014, Manfred Troike

 

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