Tea Time: Tee ist der neue Trend

Das älteste Heißgetränk der Welt erlebt in Deutschland eine Renaissance, was unbestritten auch mit dem aktuellen Wellness- und Gesundheitstrend zu tun hat. Dazu kommen die bislang oft unentdeckte geschmackliche Vielfalt und die erstaunlichen Qualitäten, in deren Kombination man immer öfter bereit ist, viel Geld zu investieren.

Trend-Getränk  Matcha-TeeTee entwickelt sich zur Inspiration für die Spitzengastronomie. Tee kommt in der gehobenen Gastronomie als After Dinner oder Digestif zum Einsatz. Darüber hinaus wird Tee als würzende Zutat in Gerichten, zum Beispiel Matcha besonders in Kombination mit Schokolade verwendet. So verwundert es nicht, dass der Tee-Sommelier bei vielen ersten Adressen inzwischen genauso dazu gehört wie der Weinsommelier, der Barista oder Barmixer. Neuerdings bietet man puristische Gerichte in natürlicher Philosphie an. Dazu passen nicht nur hervorragende Weine, sondern als leichte Ergänzung durchaus auch aromatische Tees, die auf die einzelnen Gerichte abgestimmt werden können.

Im Hamburger Restaurant »VLET« in der Speicherstadt sind Tee-Kenner am Werk. Ohnehin ist Hamburg Deutschlands Teemetropole. Im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten und in Lühmanns Teestube serviert man Tee getreu dem britischen Stil.

Der Espresso unter den Teesorten ist Matcha, das neue Trend-Getränk für Tee-Genießer. Der Tee aus einem feinen Pulver aus Japan ist  leuchtend grün und trägt Namen wie „Green Chai“ oder „Matcha Latte“. Für Matcha werden die Teepflanzen vier Wochen vor der Ernte mit Netzen oder Bambusmatten abgedeckt. Durch das reduzierte Sonnenlicht produzieren die Blätter mehr Chlorophyll, entwickeln ihre typische grüne Farbe und den feinen, frischen, leicht süßlichen Geschmack. Auch in aufgeschäumte Milch eingerührt schmeckt Matcha köstlich und ist eine grüne Alternative zu Cappuccino. Kreative Getränkemischer bieten auf YouTube gar das Rezept für einen alkoholfreien Cocktail mit dem Grünteepulver an: „Matcha on the rocks“.

Dem Getränk wird noch mehr als anderen grünen Tees eine positive Gesundheitswirkung nachgesagt. Bei Spitzen-Preisen von über 50 Euro für eine 30-Gramm-Dose ist der Edeltee recht teuer. Außerdem ist das Angebot limitiert: Inzwischen wird zwar auch in China produziert, der beste Matcha kommt aber aus Japan. Dort wird nur wenig von dem Pulvertee hergestellt, die hohe Kunst der Matcha-Produktion beherrschen nur einige Teebauern. Trotzdem wird Matcha inzwischen in Deutschland als Star unter den teuren japanischen Grüntee-Sorten gehandelt.

In der Zubereitung unterscheidet sich Matcha von anderen Teesorten. Ein bis zwei Gramm des feinen Pulvers werden mit heißem Wasser bei 80 Grad in einer Tasse aufgebrüht. Mit einem sehr feinen Bambusbesen (Chasen) muss der Tee dann an der Oberfläche schaumig geschlagen werden – je mehr Schaum entsteht, umso besser ist der Tee gelungen. Der Koffeingehalt beträgt zwei bis vier Prozent. Andere Grüntees enthalten ebenso durchschnittlich unter drei Prozent Koffein.

Immer mehr Menschen achten auf regelmäßige Erholungspausen, um den Alltag zu entschleunigen. Bewusstes Genießen mit Zeit zum Abschalten liegt im Trend und damit einhergehend das Trinken von Tee, der alle diese Attribute bietet.  Tea-Lounges und Teesalons als Alternative zu klassischen Cafés sind daher geschätzte Newcomer in der Gastronomie-Szene. Erwartet wird, dass nun Tee einem ähnlichen Trend folgen wird, wie es in der Vergangenheit bei Kaffee-Spezialitäten beobachtet werden konnte. Freuen wir uns also auf genussvolle und anregende Mußestunden.


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