Online-Präsenz in der Gastronomie

Mancher mittelständische Gastronomie-Betrieb oder manch kleines Café hat bisher oftmals auf eine eigene Homepage verzichtet oder die Homepage nur als schlichte „Visitenkarte“ im Netz gestaltet.  Im Wesentlichen haben sich diese kleinen Betriebe stattdessen auf einen Facebook-Account konzentriert. Klar ist, dass Online Präsenz und Bewertungsplattformen inzwischen unverzichtbar sind.

Gastronomen sollten dort investieren, wo sie die Zielgruppe finden. Und die ist online: Immer mehr Gäste nutzen die Möglichkeiten von Suchmaschinen, um sich nach passenden Restaurants zu schauen. Jährlich gibt es bei den einschlägigen Suchmaschinen 18 Millionen Suchanfragen nach Restaurants. Und die Zahl steigt.

Allerdings verändert sich das Nutzungsverhalten im Internet sehr schnell.  So ist regelmäßig auch eine Neubewertung der Bedeutung von Social-Media-Kanälen nötig.

Social Media Gastronomie

Reicht ein Social-Media-Account aus?

Derzeit erleben wir so etwas wie eine Social Media Krise. Anwender von sozialen Netzwer­ken haben möglicherweise genug von Hass-Kommentaren und Datenlecks und wen­den sich ab. Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass zehn Prozent der Nutzer schon ih­ren Social Media Account deaktiviert haben. Dazu kommen weitere 36 Prozent, die angege­ben haben, weniger Daten zu teilen.

Wer sich auf die Reichweite in Social Media verlässt, um seine Botschaften zu verbreiten, könnte also bald das Nachsehen haben. Das verleiht der eigenen, selbstbetriebenen Website erneut mehr Gewicht.

Die eigene Website ist der wichtigste Werbeträger

In einer Umfrage des Web-Hosters Goneo wurden erfahrene Websitebetreiber 2019 ge­fragt, wie sie die Entwicklungen in der Zukunft sehen: 39 Prozent der Befragten sind der Mei­nung, dass die eigene Website künftig wichtiger oder sehr viel wichtiger wird. 49 Prozent glauben, die Website bleibe genauso wichtig wie heute.

Den meisten Websitebetreibern geht es darum, die Bekanntheit ihres Unternehmens oder ihrer Organisation zu steigern. 51 Prozent nannten dies als primäres Ziel. Damit ist die Website für viele der wichtigste Werbeträger.

Hier die Aussagen der Website-Inhaber zu dem primären Ziel, das sie mit Ihrer Homepage verfolgen:

  • 51 % – Bekanntheit des eigenen Geschäfts steigern
  • 27 % – Verbreitung einer eigenen Message,  Meinung, Marke oder Idee
  • 12 % – Verkäufe durchführen
  • 8 % – Aufbau von Newsletter-Abonnenten oder Interessenten-Gruppen
  • 3 % Umsatz durch Affiliate-Partnerschaften oder Werbeplatzierungen
  • 21 % – es gibt kein fest definiertes Ziel
  • 12 % – ein anderes Ziel

Wandel in Darstellung und Inhalten einer Gastronomie-Website

Noch liegt der Fokus der Gastgewerbe-Unternehmen stark auf dem Design der Website. Aber die aktuellen Entwicklungen im Web deuten darauf hin, dass die visuelle Darstellung einer Webseite sich mehr und mehr auf die reduzierte Darstellung zur Kommunikation über Smartphones und Tablets einstellen muss. Die Darstellungsfläche wird kleiner und oft erscheinen in den sozialen Netzwerken nicht mehr die Links auf die Internetseiten, sondern nur noch die Inhalte.

Es gilt also nicht mehr Tausende von Euro in Webdesign investieren, um eine möglichst individuelle Webseite zu haben, es muss verstärkt auf Inhalte gesetzt werden. Das bedeutet, dass sich Gastronomie-Betreiber Gedanken machen müssen, welche Story sie erzählen wollen. Dazu müssen sehr gute Bilder produziert werden, die beispielsweise die Story eines Restaurants oder einer Bar erzählen oder Videos, die besondere Akzente setzen. Eine konsequente Markenstrategie ist dafür unerlässlich. Denn wenn der potenzielle Gast über die Suchfunktion oder Sprachdienste seine Interessen ausdrückt, möchte das Unternehmen schließlich gefunden oder vorgeschlagen werden.

Manfred Troike, 15. Januar 2020

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