UA-37643328-1 Fachkräftemangel in der Gastronomie erreicht neuen Höhepunkt | Leinenlos

Fachkräftemangel in der Gastronomie erreicht neuen Höhepunkt

Geringe Bezahlung, lange und oft schlecht planbare Arbeitszeiten, körperliche Belastungen, fehlende Wertschätzung: Die Gastronomie verliert viele Beschäftigte. Das hat nicht nur mit der Corona-Krise und den neuen Schwierigkeiten durch steigende Preise zu tun. Das Gastronomen und Hoteliers haben durchaus einen eigenen Anteil an der Branchenflucht.

Die langen Lockdowns haben für Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt gesorgt: Wohl zehntausende Angestellte haben die Branche gewechselt, viele sind nicht zurückgekehrt. Das hat den schon vor Corona bestehenden Fachkräftemangel besonders in der Gastronomie weiter verschärft. In der Statistik erkennt man das auch an der Zahl der Stellenanzeigen, die inzwischen ein Allzeithoch erreicht haben.

Wichtiger Faktor bleibt die Notwendigkeit einer besseren Bezahlung. Viele Unternehmen halten sich nicht an die Tarife des Gastgewerbes. Nur 23 Prozent der Gastronomiebetriebe zahlen tarifgebunden. Das hat während der Corona-Zeit dazu geführt, dass das Einkommen bei vielen Beschäftigten sehr knapp geworden ist. Die zumeist langjährigen, unbefristet in Vollzeit Beschäftigten mussten massive finanzielle Einbußen hinnehmen. Das hat dazu geführt, das viele sich nach einer Arbeit in anderen Branchen umgesehen haben. Fast 35.000 der Gastronomie-Mitarbeiter sind in den Einzelhandel abgewandert. Was zunächst als vorübergehende Lösung angesehen wurde, hat sich in vielen Fällen auf Dauer etabliert.

Deshalb braucht man jals Gastronom jetzt unbedingt die richtigen Ideen, um motivierte Menschen zu finden und im Wettbewerb um gutes Personal punkten zu können.

Individuelle Gastronomieküche

Gegenmaßnahmen für die Branche

Die Branche selbst muss viel tun, um Mitarbeiter wieder für die Arbeit in der Gastronomie zu begeistern und ihr Personal zu binden. Neben attraktiven Löhnen werden auf jeden Fall flexiblere Arbeitszeitmodelle benötigt. Inzwischen gehen immer mehr Gastronomie-Betriebe dazu über, nur noch fünf oder sechs Tage zu öffnen, um mehr Freizeitausgleich anbieten zu können.

Insgesamt ist es aber wichtig, den Mitarbeitenden durch Möglichkeiten zur Mitgestaltung und durch Weiterbildungsangebote berufliche Perspektiven innerhalb des Betriebes aufzuzeigen.

Ein attraktives Gesamtangebot ist entscheidend

Das was der Gastronomie-Betrieb seinen Mitarbeitern im Gesamtpaket anbietet, ist jetzt sehr wichtig. Gerade sichere Zukunftsaussichten und eine gute persönliche Absicherung sind in diesen unsicheren Zeiten für die neue Generation Arbeitskräfte zentrale Faktoren bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber.

Hilfe in alltäglichen Angelegenheiten ist ein Angebot, dass Mitarbeitern ein Gefühl von Zugehörigkeit und Wertschätzung gibt. Das kann Unterstützung bei der Wohnungssuche sein, wenn der Job des neuen Mitarbeiters einen Umzug mit sich bringen sollte oder das Angebot von Kinderbetreuung als wichtiges Kriterium, um Aushilfen und Teilzeitmitarbeiter zu bekommen.

Mehr Netto vom Brutto mit steuerfreien Arbeitgeberleistungen

Nicht nur eine Gehaltserhöhung kann motivieren: Auch mit steuerfreien Zuwendungen können Arbeitgeber ihre Angestellten für besonderen Einsatz und gute Dienste belohnen, dadurch die Motivation steigern und sie an das Unternehmen binden. Der größte Vorteil steuerfreier Arbeitgeberleistungen gegenüber Gehaltserhöhungen ist, dass mit ihnen die steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Belastung für beide Seiten optimiert wird.

Steuerfreie Zuwendungen sind mehr als eine Alternative zur Gehaltserhöhung: Sie können auch zur Optimierung des Gehalts genutzt werden. Mit steuerfreien Gehaltsextras kann der Lohn durch eine Gehaltsumwandlung zum Beispiel so optimiert werden, dass der Bruttolohn niedriger aber der Nettolohn höher ausfällt als vor der Umstellung. So wird einerseits die Steuerbelastung, andererseits die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge reduziert.

Eine solche Vergütungsoptimierung wird von der Finanzverwaltung akzeptiert, wenn die steuerfreie Arbeitgeberleistung bestimmte Voraussetzungen erfüllt:

  • Die Zuwendung muss vor der Fälligkeit der Lohnzahlung vereinbart worden sein.
  • Sie muss zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden. Nur dann ist sie steuerfrei und auch nicht sozialversicherungspflichtig.
  • Sie muss ernsthaft gewollt und langfristig wirksam sein und muss arbeitsrechtlich zulässig sein.
  • Sie darf nicht an eine Rückfallklausel gekoppelt sein: Ein solcher Rückfall würde eintreten, wenn bei Wegfall der Zusatzvergütung statt des Gehaltsextras ein entsprechend erhöhten Bruttolohn gezahlt wird. Die Arbeitgeberleistung wird dann nicht zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt und die Bedingungen der Steuerfreiheit sind nicht mehr gültig.

Gute Arbeitsatmosphäre ist wichtige Voraussetzung

Neben all diesen Angeboten bleibt natürlich das Betriebsklima ein entscheidender Faktor. Eine gute Arbeitsatmosphäre bringt Motivation für das Personal und das überträgt sich auf die Kundschaft, die dann gerne wiederkommt. Loyale Mitarbeitende sind auch bei Notfällen oder Engpässen bereit, mal zusätzlich einzuspringen. Und sie strahlen mit ihrer positiven Einstellung zum Betrieb auf neue Kollegen und Kolleginnen aus.

Fazit

In einer Zeit des Fachkräftemangels kommt freiwilligen Arbeitgeberleistungen eine besondere Bedeutung zu, denn die Bewerber haben heute ein anderes Selbstverständnis und eine andere Anspruchshaltung als früher.

Die Empfehlung ist, unkonventionelle und moderne Wege zu gehen, um Mitarbeiter zu finden, ein gutes Team aufzubauen und Mitarbeitende langfristig zu halten. Das funktioniert über Wertschätzung, besondere Zusatzangebote, individuelle Förderung und durch ein Arbeitsumfeld, in dem man sich wohlfühlt.

Weiterführende Links:

Personalkrise – Ursachen und Maßnahmen, LEINENLOS

Gastronomie – Der Fachkräftemangel erreicht einen neuen Höhepunkt, Gastivo, Oktober 2022

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solve : *
26 + 17 =