Standortanalyse – wichtiges Element der Gastro-Finanzierung

In Hamburg, wie in vielen Innenstädten, sind nicht nur Wohnraum sondern auch Gewerbeflächen rar. Der Mangel an Angeboten für Gastronomie-Immobilien treibt die Mieten in die Höhe. Ein Café oder Restaurant in  guter Lage anzumieten, ist oftmals unbezahlbar geworden. Neueinsteiger werden daher in Großstädten immer häufiger gezwungen, in sogenannte B-Lagen auszuweichen.

Um so wichtiger ist es, vor der Entscheidung für eine Gewerbefläche, eine ausführliche Standortanalyse durchzuführen, die für die Banken ohnehin eine unverzichtbare Voraussetzung zur Gewährung eines Kredits darstellt.

Bewertungskriterien

Standortanalyse für Gastronomie-ImmobilienDie Bewertungskriterien für einen Standort können  nach qualitativen und quantitativen Faktoren unterschieden werden. Zu den quantitativen Faktoren gehören in erster Linie die Zahlen aus Frequenzzählungen. Diese können Gastronomen häufig bei der zuständigen Stadtentwicklung des jeweiligen Stadtbezirkes anfragen. Aus diesen Zahlen geht hervor, wieviel Fahrräder und Autos zukünftig an dem geplanten Gewerbe vorbeifahren werden.

Erste Anlaufstelle zur Standortanalyse sollte also die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung sein, um sich mit dem laufenden und stehenden Verkehr des geplanten Objektes vertraut zu machen. Neben den genannten Verkehrserhebungen findet man dort auch Veröffentlichungen über zukünftige Investorenvorhaben, Bebauungspläne sowie die bevorzugte Verkehrsmittelwahl der Bewohner.

Wichtiger als die passierenden Autos und Fahrradfahrer ist für den Umsatz allerdings die Zahl der Laufkundschaft. Wie kommen Gastronomen jedoch an diese Zahl, ohne sich wochenlang vor das geplante Objekt zu setzen und die passierenden Menschen zu zählen? Hilfestellung können Informationen von Immobilien-Maklern wie Engel & Völkers oder die Informationen für Immobiliennutzer von Jones Lang LaSalle geben.

Die „weichen Faktoren“

Zu den qualitativen Kriterien für einen gastronomischen Betrieb zählen die sogenannten „weichen Faktoren“. Das soziale Umfeld oder die Branchen der benachbarten Betriebe, deren Mitarbeiter und Zielgruppen sowie die Wettbewerber – all dies sollte in die Erstellung eines individuellen Konzeptes einfließen.

Dabei muss ein Standortnachteil für den Unternehmenserfolg nicht unbedingt negative Auswirkungen zeigen: Konzept, gleichbleibende gute Qualität, Personalmanagement, kundenorientiertes Denken,  ein gutes Marketing und ein stets professionelles Handeln lassen die Wichtigkeit des Standortes in den Hintergrund rücken. Wenn man ein gutes Gast-Erlebnis schafft, ist es den Gästen letztlich nicht so wichtig, wo der Restaurantstandort ist.

Die Eröffnung und Leitung eines gastronomischen Betriebes ist komplex. Viele Branchen-Neulinge unterschätzen diese Komplexität.  Die Standortanalyse sowie die dazugehörige Zielgruppenanalyse sind dabei fundamentale Voraussetzungen.

„Nur“ Einkaufen geht so gut wie keiner mehr. Gastronomie und Erlebnisangebote sind es, die die Menschen „nach draußen“ locken. Einen solch natürlichen Mix herzustellen, wird Einzelhandels-Aufgabe der Zukunft sein.

Dirk Wichner, Retail Leasing JLL

Weitere wichtige Aspekte bei der Anmietung oder beim Kauf von Gastronomie-Immobilien bietet die unsere Gastronomie-Immobilien-Checkliste.

 

One Response to “Standortanalyse – wichtiges Element der Gastro-Finanzierung

  • Danke für die wichtigen Hinweise zum Thema der Lage und der Standortwahl in der Gastronomie!

    Man kann nur begrüßen, dass hierauf immer und immer wieder hingewiesen wird! Neben der Vor-Ort Analyse gibt es natürlich noch die Möglichkeit, mit feinräumigen Daten zu arbeiten, man spricht dabei von Geomarketing. Leider ist Geomarketing in der Regel aber ziemlich teuer und wird bisher daher eher von größeren Unternehmen eingesetzt.
    Auf http://www.standortanalyse.biz finden Sie jetzt aber einen vielfach ausgezeichneten Dienst, der objektive, fundierte datengestützte Standortanalysen zu gründerfreundlichen Preisen anbietet.
    Die Infrastruktur wird sehr genau untersucht, insbesondere im Hinblick auf die Erreichbarkeit und verschiedene Frequenzbringer und mögliche Kooperationspartner.
    Als Analyse des Absatzmarktes ist eine Umsatzprognose als Basis der Umsatz- und Rentabilitätsplanung Ihres Businessplanes im sog. Pluspaket bereits integriert.
    Ebenso werden Daten zur Konkurrenz in die Wettbewerbsanalyse einbezogen und im Prognosemodell verarbeitet.
    Viele Gründer aber auch mehrere bekannte Systemgastronomie-Marken nutzen diesen Dienst mit großem Erfolg.
    Der Dienst heißt “Online Standortcheck”.

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