Restaurantübernahme in Unternehmensnachfolge

Wege in die Selbstständigkeit und zum Führen eines eigenen Unternehmens können sehr unterschiedlich sein. Die drei häufigsten Möglichkeiten sind: Die Gründung eines neuen Unternehmens, der Einstieg in ein Franchisesystem oder die Unternehmensnachfolge.  Die Übernahme eines bestehenden Unternehmens kann dabei eine besonders attraktive Variante sein, denn bei einer Unternehmensnachfolge wird ein etabliertes und idealerweise gut funktionierendes Unternehmen übernommen und weitergeführt. Das hat gegenüber einer Neugründung hat eine Reihe von Vorteilen.

  • Ein solides Unternehmen arbeitet bereits mit einem erprobten Geschäftsmodell.
  • Man kann auf gewachsene Strukturen und Prozesse aufsetzen.
  • Zulieferer und Partner können mit übernommen werden.
  • Die Angestellten sind ein eingespieltes Team.
  • Es sind bereits Kunden vorhanden, die dem Unternehmen vertrauen.
  • Für Banken und Bürgschaftsbanken ist eine Gründung aus Übernahme deutlich attraktiver als neu gründende Personen, das bedeutet bessere Konditionen für den Finanzierungsbedarf.

Der Businessplan, der im Rahmen einer Unternehmensnachfolge erstellt wird, sollte unter anderem folgende Punkte berücksichtigen.

Erfolg durch personalisiertes Marketing

Geschäftsidee

  • Was war die ursprüngliche Geschäftsidee des Inhabers? Wie sieht das aktuelle Konzept aus und soll es im Rahmen der Übernahme verändert werden?
  • Was ist das Positive, das bewahrt werden sollte? An welchen Punkten braucht es Mut zu Veränderungen?

Personal

  • Wie ist der Personalstamm gegenwärtig strukturiert und wie muss er zukünftig strukturiert sein?
  • Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen? Wieviel Personal wird zukünftig gebraucht?
  • Werden in den nächsten 12 Monaten Mitarbeiter das Unternehmen verlassen bzw. neue hinzukommen?

Markt und Konkurrenz

  • Wie wurden bislang neue Gäste und Kunden gewonnen und wie wurden Stammgäste gehalten? Wie sollen neue Gäste künftig geworben werden?
  • Führen geplante Veränderungen im Angebot zu neuer Konkurrenz?
  • Wieweit unterscheidet sich aktuell und künftig Angebot und Preis von dem der Konkurrenz?

Geschäftspartner

  • Wie viele Personen leiten das Unternehmen? Wie vielen Personen gehört das Unternehmen?
  • Welche Lieferanten hat das Unternehmen? Ist es sinnvoll, die bestehenden Lieferantenverträge zu übernehmen?
  • Welche Kooperationsverträge bestehen? Ist es sinnvoll, bestehende Kooperationen weiter zu führen?

Tipps

  • Die Firmen­suche sollte von Anfang an syste­matisch vorangetrieben werden.  Dabei können Such­platt­formen wie nexxt-change genutzt werden.
  • Planungshilfen und Förderprogramme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bieten gute Hilfestellungen und Checklisten.
  • Die eigenen Stärken und finan­ziellen Möglich­keiten müssen realis­tisch eingeschäftzt werden
  • Der Über­gang bei Unternehmensnachfolge ist sensibel und sollte pro­duktiv gestaltet werden, im Ideal­fall mit zeit­weiser Be­gleitung des bis­herigen Eigen­tümers.

Es wird deutlich, sobald man sich konkrete Gedanken gemacht hat, seinen Übergang in die Selbständigkeit durch Unternehmensnachfolge anzugehen, treten dabei manche Fragestellungen auf, mit denen man im Bereich der typischen Neugründungsthemen noch nicht konfrontiert wurde. Passende Kenntnisse und eine besondere Sensibilität sind erforderlich. Es ist daher empfehlenswert bei der Planung einer Betriebsübernahme in Unternehmensnachfolge frühzeitig kompetente Berater in die eigenen Pläne einzubeziehen.

Restaurantführung als lernende Organisation

Gestaltung von Veränderungen zusammen mit dem Personal

Das Unternehmen, oder besser die Organisation, ist eine lebendige, organische Einheit. Diese Organisation ist Änderungen unterworfen, die sich an den Turbulenzen am Markt und der Unternehmensausrichtung orientieren müssen. Ein Unternehmen und seine Organisation besitzt Wettbewerbsvorteile und eine klare Identität, die Flexibilität und eine andauernde Fähigkeit, Neues hinzuzulernen, erfordert. Diese Fähigkeiten sind feste Bestandteile lernender Organisationen, wie sie besonders im regionalen Unternehmertum bei kleinen und mittleren Unternehmensgrößen gefordert sind.

Die Übernahme eines laufenden Betriebes in Unternehmensnachfolge bedeutet zwangsläufig auch Veränderungen, die beim vorhandenen Personal Sorgen und Ängste auslösen können. Umso wichtiger ist die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die der neue Besitzer seinen Mitarbeitern  schenkt. Insofern sollten die Mitarbeiter in die Planung anstehender Veränderungen einbezogen werden. Wichtig ist es, den Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten, indem ihnen mehr Verantwortung übertragen wird, wenn sie gute Leistungen erbringen.

Wann immer bei einer Unternehmensnachfolge erkennbar wird, dass die Erwartungen der Beteiligten auseinander gehen, sollte das Gespräch gesucht werden. Dabei sollte man sich auch nicht scheuen, unbeteiligte Dritte, z.B. in Hinsicht auf Mediation, hinzuzuziehen. Das Zwischenmenschliche ist bei jeder Unternehmensnachfolge ein empfindlicher Aspekt. Wenn man dabei sensibel vorgeht, lässt sich eine Unternehmensnachfolge erfolgreich meistern.

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