Gastro-Restart in Hamburg: Verluste werden sichtbar

Es war zu erwarten, dass die lange Zeit des Lockdown in Hamburgs Gastronomie zu Veränderungen führen wird. Jetzt, da der Restart endlich gekommen ist, trifft man auf einige „alte Bekannte“ mit neuen Ansätzen. Aber auf manche liebgewonnenen Gastronomie-Betriebe wird man künftig verzichten müssen. Sie haben während der langen Lockdown-Phase ihre Türe schließlich endgültig geschlossen. Im Folgenden dazu einige Beispiele.

Gastro-Restarter mit konzeptionellen Änderungen

Die Genusshelden

Seit Montag, den 7. Juni gibt es bei den Genusshelden wieder etwas für die Nerven, die Seele und die Gesundheit. Zunächst aber nur zum Mitnehmen in der Zeit von 9 bis 15 Uhr, ab dem 11. Juni dann auch wieder mit Sitzplatzangebot.

Genusshelden: Köstliche Croissants

Heimatjuwel

Marcel Görke hat sein Konzept justiert und geht nach dem Lockdown mit einem vegetarischen Angebot an den Neustart: „Heimische Küche, jetzt noch grüner und immer noch anders“ lautet der neue Slogan. Das 5-jährige Jubiläum war Anlass für eine Veränderung. Marcel Görkes wachsendes Bewusstsein für die Verflechtung von Ernährung und Klimawandel, aber vor allem der Anspruch an die eigene Kreativität, führten ihn hin zur Ausrichtung auf die wichtigsten Trends der Zeit: Immer weniger Menschen verzehren Fleisch, immer mehr ernähren sich saisonal, Verschwendung ist out, der Respekt vor dem Lebensmittel und denjenigen, die es erzeugen wächst. Sein neuer Ansatz verzichtet auf Fleisch und Fisch und setzt den  neuen Schwerpunkt auf vegetarische Küche im gehobenen Segment.

Heimatjuwel-Schild

Liebgewonnene Restaurants, die künftig in Hamburg fehlen werden

ROK – Rock our Kitchen

Wer jetzt in der Lilienstraße wieder kreative Pizzen bei einem schönen Glas Wein im „ROK“ genießen möchte, wird enttäuscht feststellen, dass hier inzwischen mit „Chay“ ein asiatisches Konzept eingezogen ist. Die beiden Gründer von „ROK-Rock our Kitchen“, John Ehlerding und Till Witten, haben ihre Betriebe leider tatsächlich aufgegeben. Ihren Traum vom eigenen Restaurant haben sie sich erfüllt, haben  in relativ kurzer Zeit einen zweiten Standort eröffnet. Für die wirtschaftliche Tragfähigkeit im Sinne des Aufbaus einer Kette hat es aber dann doch nicht gereicht; die Pandemie kam da natürlich erschwerend hinzu.

Für beide Standorte konnten aber gute Nachfolgekonzepte gewonnen werden. Im Grindelhof ist das Misson Pizza eingezogen, das nicht nur Restaurantbetrieb anbietet, sondern auch als Premium-Delivery eine Neuheit in Hamburg darstellt. In der City wurde mit dem Gründer von QuanDo ein neues spannendes veganes asiatisches Konzept unter dem Namen „Chay“an den früheren ROK-Standort geholt.

  • Rock our Kitchen - Das Geheimnis ist gelüftet
    ROK - Das Pizza-Konzept "Rock our Kitchen" ist Geschichte

Pavoni

Während der Pandemie ganz still verschwunden ist auch das von Enrico Pavoni familär geführte Restaurant in Hamburg-Eppendorf. Die Lage etwas zurückgesetzt von der Kreuzung Lehmweg/Löwenstraße machte das Restaurant fast unsichtbar. Dabei war es ein kleines Juwel in der kulinarischen Szene von Hamburg-Eppendorf, das mediterrane Köstlichkeiten bot.

Restaurant Pavoni Hamburg-Eppendorf

Restaurant Wandrahm, HafenCity

Das Restaurant Wandrahm in Hamburg bot über viele Jahre hinweg einen auf zwei Etagen ausgeführten Genuss für Augen und Gaumen. Während sich das Restaurant im unteren Bereich tagsüber als Bistro und Bar präsentierte, gab es am Abend edle Speisen. Ein Galeriegeschoss mit eigener kleiner Bar war zudem auch für Feiern in geschlossener Gesellschaft eine gute Wahl. Die Küche des Restaurants überzeugte durch den genussvollen Umgang mit natürlichen Produkten auf qualitativ hohem Niveau. Das Getränkeangebot umfasste erlesene Weine, eine große Auswahl hochwertiger Spirituosen und phantasievolle Cocktail-Kreationen. Direkt am Wasser in der HafenCity gelegen, war das Restaurant in unmittelbarer Nähe zur Elbphilharmonie platziert.

  • Restaurant Wandrahm, Hamburg HafenCity
    Restaurant Wandrahm, Hamburg HafenCity

Über viele Jahre hinweg wurde das Wandrahm von Ulrike Hühnerbein geleitet, die auch als eine der ersten in der HafenCity ein Elbphilharmonie-Menü anbot, das es erlaubte, ein Menü in zwei Abschnitten abgestimmt auf einen Konzertbesuch in der Elbphilharmonie zu genießen. Man konnte das Menü nach einem Entree für den Besuch des Konzertes unterbrechen und anschließend im Nachgang zum Konzertbesuch weiter speisen.

Auch das Wandrahm musste schon in 2020 unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie endgültig schließen. Der Tourismus in der HafenCity war zum Erliegen gekommen, Mittagsgäste aus den umliegenden Büros fehlten, weil Home-Office in großem Stil eingeführt wurde, und Hochzeiten und Familienfeiern konnten nicht mehr in großem Rahmen stattfinden.

In die Räume ist nun das italienische Restaurant „Al Lido“ eingezogen, das zuvor in der Amsinckstraße in Hamburg-Hammerbrook angesiedelt war. Ob ein weiteres klassisches Pizzeria-/Pasta-Konzept in der HafenCity Erfolg haben kann, wird die Zukunft zeigen. Um das Wandrahm ist es auf jeden Fall schade. Ich persönlich werde das Wandrahm Restaurant und die kompetente, erfahrene Gastgeberin Ulrike Hühnerbein mit ihrem wunderbaren Team sehr vermissen.

7. Juni 2021,  Manfred Troike

Siehe auch:

Diese Hamburger Gastrobetriebe haben die Pandemie nicht überlebt

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