Aperol – Der Siegeszug der Bitternote

Mixgetränke mit Bitternote, ein paar Snacks und Abendlicht: Mehr braucht es nicht für einen Aperitivo. Die Grundlage dafür wurde mit Aperol gelegt.  Dabei ist das Getränk inzwischen mehr als 100 Jahre alt. Aber der Erfolg des Aperol ist so groß wie nie. Auf der ganzen Welt wird inzwischen die italienische Cocktail-Ikone getrunken, die in bauchigen Gläsern mit vielen Eiswürfeln, einer halben Orangenscheibe und mit einem Strohhalm serviert wird.

Aperol Kultgetränk aus Italien

Erfunden wurde der Aperol von zwei Brüdern, Silvio und Luigi Barbieri in Padua. Sie erbten eine Spirituosenproduktion von ihrem Vater Giuseppe, dessen Leidenschaft die Herstellung feiner Liköre war, und tüftelten einige Jahre mit der Destillation von Rhabarber, Chinarinde, Gelbem Enzian, Bitterorange und aromatischen Kräutern. Sieben Jahre später stellten die Brüder Barbieri den Gästen der Internationalen Messe in Padua erstmals ihre neue Kreation vor – Aperol. Seinen Namen leiteten sie vom französischen Wort „Apéritif“ ab. Der Name „Aperol“ sollte eine gewisse internationale Musikalität ausstrahlen, die leicht zu merken und auszusprechen ist.

Populär wurde das Getränk aber erst in den 1950er Jahren. Damals gab es den ersten Aperol-Werbespot. 2003 übernahm Campari den Aperol. Der Mailänder Spirituosenhersteller investierte stark in Marketing. Mit Spots, die Aperol als Synonym italienischen Lebensgefühls und Dolce Vita priesen, ist der Erfolg des Aperitivo-Getränks stetig gewachsen. Aperol ist zu einem Geldsegen für seinen börsennotierten Mutterkonzern geworden. Allein im vergangenen Jahr gab es beim Aperol-Verkauf ein Plus von 23 Prozent. Mittlerweile macht allein Aperol fast ein Viertel des Drei-Milliarden-Euro-Umsatzes von Campari aus. Deutschland ist für Campari der drittwichtigste Markt nach den Vereinigten Staaten und Italien.

Einer der Vorzüge des Aperitivo ist seine Vielseitigkeit und seine Skalierbarkeit. Ohne Aufwand in der Bar um die Ecke funktioniert er genauso wie als Sommerparty. Der Siegeszug des Aperitivo zeigt sich auch an den vorgemixten Getränken, die zunehmend in den Handel kommen. Und auch an Variationen mangelt es nicht. Die Luxus-Marke Chandon hat kürzlich Garden Spritz auf den deutschen Markt gebracht. Erstklassiger Schaumwein trifft darin auf Bitterlikör und natürlichen Orangenschalenextrakt, ganz ohne künstliche Aromen oder Farbstoffe. Die sommerlich fruchtige Note wird durch Gewürze wie Bitterorange und Kardamom ersetzt, sodass er auch bei trüberem Wetter mundet – ideal für den Absatzmarkt Deutschland.

LEINENLOS, 3. Juli 2024

Weiterführende Links:

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