Ein Michelin-Stern allein garantiert noch keinen Erfolg

Wie komplex das Zusammenspiel von Konzept, Lage, Service, Küche, Marketing und Wirtschaftlichkeit in der Gastronomie ist, zeigt sich am überraschenden Ende des Restaurants Gourfleets:

Ende 2012 hatte das Restaurant Gourfleets im Steigenberger Hotel an der Heiligengeistbrücke noch einen Michelin-Stern erkocht. Jetzt hat sich die Frankfurter Konzernleitung zur Schließung des Gourmet-Tempels entschlossen. Seit dem 1. Februar ist das Gourfleets dicht. Die sieben Mitarbeiter, unter ihnen der frischgebackene Sternekoch André Stolle, sind ab sofort freigestellt. Bis Ende April erhalten sie noch ihre vollen Bezüge. Weiterbeschäftigung an anderen Steigenberger-Standorten seien den Mitarbeitern angeboten worden, sagt Unternehmenssprecherin Angelika Heyer.

Das Unternehmen hatte sich bereits im vergangenen November dazu entschlossen, das Gourfleets wegen Unrentabilität zu schließen. Damals wurde als Begründung „Betriebsferien“ genannt. Doch mit dem unerwarteten Michelin-Stern wurden die bereits gekündigten Mitarbeiter zum Teil wieder eingestellt. Umso erstaunlicher das plötzliche Aus.

Ein Sternerestaurant hat im Gegensatz zu normalen Gastronomien sehr hohe Warenwirtschaftskosten und muss daher besonders gut ausgelastet sein, um finanziell tragfähig zu bleiben“, erklärt Angelika Heyer. Ob im Souterrain des Hotels erneut ein Gourmet-Restaurant einziehen wird, sei noch nicht geklärt. Das Gourfleets war ein kleiner abgetrennter Bereich des Restaurants Calla, das weiter als Frühstücksrestaurant genutzt wird. Darüber hinaus gibt es als hauseigenes Restaurant noch das Bistro am Fleet.

Quelle: AHGZ Online

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