Die Internorga bleibt ein verlässlicher Seismograf für das, was sich im Außer-Haus-Markt bewegt. In diesem Jahr war besonders auffällig, wie stark sich das Segment der alkoholfreien und aromatisch differenzierten Getränke weiterentwickelt hat. Weg vom reinen Ersatzprodukt, hin zu eigenständigen Konzepten mit klarer sensorischer Identität.
Sirup neu gedacht: Ziropa
Sirup ist längst mehr als nur ein süßer Zusatz. Ziropa zeigt, wie sich mit klar definierten Geschmacksprofilen vielseitige Anwendungen ergeben – von klassischen Limonaden bis hin zu komplexeren Signature Drinks. Interessant ist dabei der Ansatz, nicht nur auf Fruchtigkeit zu setzen, sondern gezielt auch florale und kräuterbetonte Noten einzubringen. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten deutlich, gerade im alkoholfreien Pairing.
Alkoholfreier Secco als Standardoption: Sinsecco
Mit Sinsecco wird deutlich, dass alkoholfreie Schaumweinalternativen zunehmend ihren festen Platz finden. Die Qualität bewegt sich weg von reinem Traubensaft mit Kohlensäure hin zu Produkten mit strukturierter Säure und differenzierter Aromatik. Für Gastronomiekonzepte bedeutet das: alkoholfreie Begleitungen können gleichwertig neben klassischen Aperitifs stehen, ohne als Kompromiss wahrgenommen zu werden.
Bitter ohne Alkohol: Venezero
Der Aperitif-Markt wird traditionell stark durch Bittergetränke geprägt. Venezero greift dieses Profil auf, verzichtet jedoch vollständig auf Alkohol. Entscheidend ist hier die Balance: bittere Noten, leichte Süße und eine gewisse Komplexität im Abgang. Damit eignet sich das Produkt sowohl pur auf Eis als auch als Basis für alkoholfreie Spritz-Varianten, die sensorisch näher an klassischen Vorbildern liegen als viele bisherige Alternativen.
Sortimentserweiterung mit System: Franz von Fein
Franz von Fein ist bislang vor allem für Aperitif-Konzepte bekannt. Die Erweiterung um Weine zeigt eine strategische Entwicklung hin zu einem ganzheitlicheren Getränkeportfolio. Für Betriebe ergibt sich daraus ein konsistentes Markenbild über verschiedene Getränkekategorien hinweg. Gleichzeitig wird die Brücke zwischen Aperitif und Speisenbegleitung gestärkt, ohne den bisherigen Markenkern aufzugeben.
Funktionalität und Klarheit: Yuniq
Yuniq steht exemplarisch für eine wachsende Kategorie funktionaler Getränke, bei denen Inhaltsstoffe und Wirkung stärker in den Vordergrund treten. Dabei geht es weniger um opulente Aromatik, sondern um Klarheit im Geschmack und eine definierte Positionierung. Solche Produkte adressieren gezielt Gäste, die bewusste Konsumentscheidungen treffen und Transparenz erwarten.
Experimentelle Ansätze: Secc-au-Chocolat
Mit Secc-au-Chocolat wird eine ungewöhnliche Richtung eingeschlagen: Secco mit Maische-Zusatz von Kakao. Das Ergebnis bewegt sich zwischen fruchtiger Frische und dezenten, herben Kakaonoten. Für klassische Einsatzbereiche ist das Produkt erklärungsbedürftig, eröffnet aber Potenzial für kreative Pairings oder als Gesprächsanlass im Glas. Gerade in Konzepten mit Fokus auf Überraschung und Erlebnis kann das funktionieren.
Reduktion auf das Wesentliche: Spraga
Spraga positioniert sich mit einem bewusst reduzierten Ansatz: klare Rezepturen, wenige Zutaten, präzise abgestimmte Geschmacksprofile. Im Gegensatz zu stark aromatisierten oder funktional aufgeladenen Getränken steht hier die Balance im Vordergrund. Für die Gastronomie interessant ist die Vielseitigkeit, sowohl als eigenständiges Getränk als auch als unaufdringliche Begleitung zu Speisen. Damit bedient Spraga ein wachsendes Bedürfnis nach puristischen, nachvollziehbaren Produkten ohne erklärungsintensive Konzepte.
Fazit
Übergreifend zeigt sich ein klarer Trend: Getränke werden eigenständiger gedacht. Alkoholfrei ist nicht mehr Verzicht, sondern ein eigenes Spielfeld mit wachsender Differenzierung. Gleichzeitig entstehen durch ungewöhnliche Zutaten und Erweiterungen bestehender Markenportfolios neue Ansatzpunkte für Gastronomie und Hotellerie, um sich über das Getränkeangebot zu profilieren.
Weiterführende Links:
Alkoholfreie Aperitifs als Chance für Gastronomie und Getränke-Startups, LEINENLOS, April 2025













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