Irgend etwas scheint falsch zu laufen bei der Bewertung von Gastro-Konzepten durch Jury und Fachwelt des Gastro Gründerpreis Wettbewerbs, denn wieder ist ein Gastro-Startup aus dem Finale des Wettbewerbs nach kurzer Zeit gescheitert. Dieses Mal war es sogar der Sieger des Jahres 2025. Taco Craze aus Düsseldorf war beim Gastro Gründerpreis Wettbewerb mit einem Streetfood-Gastronomiekonzept angetreten. Der Ansatz verband mexikanische Tacos, Burritos und ähnliche Gerichte mit spielerischen Gamification-Elementen. Das Konzept wurde vom Gründer-Duo Niclas Janus und Quency de Leon Roa entwickelt und sollte frische, hochwertige, bezahlbare Streetfood-Küche bieten.
Insolvenz trotz früher Auszeichnung
Wenige Monate nach dem Erfolg beim Gastro-Gründerpreis meldeten die Betreiber im Juni 2025 Insolvenz an (vorläufiges Insolvenzverfahren). Laut Berichten kam es nach dem anfänglichen Hype und gutem Start zu rückläufiger Kundennachfrage, betrieblichen Herausforderungen und einer schwierigen Kostenstruktur, was zur Entscheidung führte, ein Insolvenzverfahren zu beantragen. Der Betrieb wurde zunächst weitergeführt, während nach Sanierungs- und Investorenlösungen gesucht wurde.
Aussagen der Gründer zu den Fehlern
Die beiden Taco-Craze-Gründer haben öffentlich eingeräumt, dass Annahmen über Kundenverhalten und Konzept-Positionierung nicht so aufgegangen sind wie erhofft: Sie gingen davon aus, dass viele Kunden spontan „to go“ vorbeikommen. Tatsächlich wurden sie eher als Dine-in-Restaurant wahrgenommen, für das die Räume nicht ausgelegt waren. Die Insolvenz sei eine „Atempause“, um das Konzept zu überarbeiten und Partner für eine Weiterentwicklung zu finden.
Ein Gründer-Zitat:
„Wir dachten, bei uns holen sich die Leute was leckeres für auf die Hand auf dem Heimweg nach der Arbeit.“
– das traf in der Realität so nicht zu.“
Analysen zu Standort, Nachfrage & Hype
Medien- und Branchenberichte nennen konkrete operative und marktbezogene Gründe für den rapiden Rückgang nach dem Anfangserfolg.
Hype verpuffte
Anfang 2025 sei das Geschäft noch gut gelaufen. Nach dem Social-Media-Hype und Gastro-Preis brachen die Umsätze ab. Die Aufmerksamkeit schnellte zwar kurzfristig hoch, aber langfristig gelang keine stabile Kundenbindung.
Standort und Laufkundschaft
Die Nordstraße in Düsseldorf hat laut Berichten weniger Laufkundschaft als erwartet, was für ein „Streetfood-to-go“ Konzept schwierig ist. Außengastronomie-Flächen waren begrenzt, was besonders bei gutem Wetter Umsatzpotenzial bremste.
Konkurrenz und Marktumfeld
Nach dem Start kamen andere populäre Gastro-Konzepte vor Ort hinzu, die Kunden abgezogen haben könnten.
Branchenanalyse und Gründer-Lessons
Ein Fachbeitrag hebt strategische und erwartungsbezogene Lernpunkte hervor: Die Gründer hätten die Mobilfunk-Datenanalyse genutzt, aber dabei übersehen, dass hohe Passantenfrequenz nicht automatisch Kunden bedeutet. Zudem ist Gastronomie in Deutschland ist ein „langsameres Geschäftsmodell“ und lässt sich nicht ohne Weiteres mit schnellen Startup-Skalierungs-Ansätzen verbinden. Diese „Lessons learned“ entsprechen eher einer reflektierten Analyse als einer Verteidigung und sind interessanterweise kritischer als typische PR-Statements.
Schlussfolgerung
Taco Craze war kreativ und gewann verdient einen Gründerpreis. Aber kreative Ideen allein reichen heute nicht, wenn sie nicht gleichzeitig eine klare Markenidentität, ein operational tragfähiges Modell und eine gesicherte Kundenbasis liefern, die über einen Anfangshype hinausgeht. Trends 2024/25 zeigen, dass Authentizität, Effizienz, klare Zielgruppen-Fokussierung und Digitalisierung zunehmend darüber entscheiden, welche Konzepte langfristig bestehen.
Weiterführende Links:
Preisgekrönter Fastfood-Imbiss muss Insolvenz anmelden – „Harter Realitätsschock“, Rheinische Post Online, 17.06.2025
Preis gewonnen, Pleite gegangen: Gehypter Fastfood-Imbiss meldet Insolvenz an, CHIP.de 13.06.2025





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