Koch, Gastronomie-Service

Die Gastronomie gehört zu den Branchen, in denen es saisonbedingt zu starken Schwankungen in der Auslastung kommt. Während in der Ferienzeit häufig hohe Gästezahlen verzeichnet werden und daher der Bedarf eines großen Mitarbeiterteams da ist, sinkt der Fachkräftebedarf danach deutlich. Um der dynamischen Auslastung gerecht zu werden, empfiehlt sich der Einsatz von Saisonarbeitern.

Doch worauf müssen Betriebe und Saisonarbeiter achten? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es für dieses Modell und welche Chancen bietet es sowohl für den Arbeitgeber als auch für den befristeten Arbeitnehmer? Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Fakten rund um die Saisonarbeit zusammen.

Gastronomie Mitarbeiter

Was ist Saisonarbeit?

Bei der Saisonarbeit handelt es sich um ein besonderes Modell der zeitlich befristeten Einstellung von Mitarbeitern. Saisonarbeiter sind Arbeitskräfte oder auch Aushilfen, die von Restaurants, Cafés und anderen gastronomischen Betrieben explizit nur für die Spitzenzeit eingestellt werden. Die Dauer der Einstellung kann mehrere Wochen, aber auch mehrere Monate betragen.

Generell lassen sich die Arbeitsverträge, die über die Saisonarbeit abgeschlossen werden, sehr flexibel gestalten, was sowohl für die Betriebe selbst als auch für die Mitarbeiter erhebliche Chancen bietet.

Saisonarbeiter sind nicht immer ausgebildete gastronomische Fachkräfte. Häufig handelt es sich um Aushilfen oder Quereinsteiger, die in den Betrieben vor allem leicht erlernbare Aufgaben übernehmen. So bringen sie in Restaurants beispielsweise Speisen und Getränke, übernehmen aber keine Kassiertätigkeit. Aber auch in der Küche werden sehr gern Saisonarbeiter eingesetzt. Bei entsprechender Qualifikation und Erfahrung sind natürlich auch alle anderen Aufgaben in den Betrieben möglich.

Einsatzmöglichkeiten der Saisonarbeiter

Wer als Saisonarbeiter tätig werden möchte, sollte sich auf Betriebe in der Gastronomie fokussieren, die stark von bestimmten Saisonzeiten abhängig sind. Hierzu gehören beispielsweise die Strand- und Seerestaurants, die in den Sommermonaten mit einer deutlich höheren Nachfrage konfrontiert sind.

In den Wintersportgebieten ist es genau umgekehrt. Hier werden die Saisonarbeiter vorwiegend in den Wintermonaten gebraucht, wenn Skitouristen in den Berghütten und Restaurants in großer Zahl begrüßt werden.

Ein Bereich, der bei der Saisonarbeit gern vergessen wird, ist das Event-Catering. Dabei sind Cateringunternehmen ebenso zeitweise auf deutlich größere Teams angewiesen. Dies ist etwa bei Festivals oder auch im Rahmen anderer Großveranstaltungen der Fall. Hierbei handelt es sich vor allem um Events, die jedes Jahr wiederkehren.

Saisonkräfte sind ferner für Unternehmen eine Chance, die in Fußgängerzonen mit Terrassen und Biergärten vertreten sind. Auch sie verzeichnen in der Regel in den Sommermonaten einen deutlichen Gästeanstieg, dem sie gewachsen sein müssen.

Saisonarbeit aus arbeitsrechtlicher Sicht

Betriebe, die sich dafür entscheiden, Saisonarbeiter zu engagieren, müssen einige Besonderheiten berücksichtigen, die sich aufgrund des Arbeitsrechts in Deutschland ergeben. Aus arbeitsrechtlicher Sicht handelt es sich bei der Saisonarbeit um eine geringfügige oder kurzfristige Beschäftigung. Gleichzeitig stellt sie eine besondere Form der Minijobs dar.

Von Saisonarbeit ist nur bei Einhaltung folgender Rahmenbedingungen die Rede:

  • Befristung: Saisonarbeit ist grundsätzlich befristet. Das Vertragsende muss klar definiert sein.
  • Dauerbegrenzung: Die Dauer der Saisonarbeit ist streng begrenzt.
  • Maximale Dauer: Nach deutschem Arbeitsrecht: maximal 3 Monate am Stück oder 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr
  • Verdienst: Der Verdienst ist nicht begrenzt und kann individuell geregelt werden (im Gegensatz zu einem Minijob).
  • Nebenerwerb: Saisonarbeit muss als Nebenerwerb dienen. Der Arbeitnehmer muss nachweisen können, dass die Saisonarbeit nicht das alleinige Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts ist.

Wer darf Saisonarbeit annehmen?

Natürlich liegt es immer der Entscheidung des Betriebs zugrunde, wer für die Saisonarbeit eingestellt wird. Es gibt aber einige Besonderheiten, die berücksichtigt werden müssen. Dies gilt insbesondere für Arbeitslose, die eine Saisonarbeit wahrnehmen möchten. Selbstverständlich können auch Arbeitssuchende einer Saisonarbeit nachgehen, sie müssen aber mitunter mit finanziellen Einbußen rechnen. Hier sollte vorab unbedingt das Gespräch mit der beratenden Fachkraft bei der Bundesagentur für Arbeit gesucht werden.

Weiterhin kommt die Saisonarbeit natürlich für Schüler, Rentner, Studierende und auch Hausfrauen infrage. Für sie ist der Zuverdienst, der hier erzielt werden kann, nicht begrenzt. Ein Vorteil ist, dass sie keine Sozialabgaben zahlen müssen.

Auch Bürger aus anderen Ländern dürfen Saisonjobs in Deutschland wahrnehmen. Allerdings gibt es auch hier eine Besonderheit. Nicht-EU-Bürger sind mitunter auf eine Arbeitserlaubnis angewiesen.

Wie viel verdienen Saisonarbeiter?

Der Verdienst von Saisonarbeitern wird individuell mit dem jeweiligen Betrieb geregelt. Dadurch kann es hier zu erheblichen Schwankungen kommen. Unternehmen, die sich für Saisonarbeiter entscheiden, müssen generell auch ihnen den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Mindestlohn zahlen. Abhängig von den Qualifikationen und der Erfahrung sind aber auch oft auch deutlich höhere Stundensätze möglich.

Vor- und Nachteile von Saisonarbeit für die Gastronomie

Gerade in der Gastronomie ist die Saisonarbeit fest etabliert und wird gern genutzt, um auch in Spitzenzeiten den Gästen einen optimalen Service garantieren zu können. Für die Betriebe überwiegen hier die Vorteile.

  • Viele Unternehmen können es sich wirtschaftlich nicht leisten, ganzjährig ein großes Team zu beschäftigen, um möglichen Nachfragespitzen nachkommen zu können. Saisonarbeiter ermöglichen ein hohes Maß an Flexibilität. So lässt sich an dieser Stelle das Personal immer sehr flexibel an Bedarfs- und Besucherzahlen anpassen.
  • Saisonarbeiter sind nicht immer ungelernte Quereinsteiger. Ganz im Gegenteil ergibt sich so auch die Möglichkeit, auf spezialisierte Fachkräfte zurückzugreifen, deren Anstellung sich sonst für den Betrieb nicht lohnt. Sie können eine Bereicherung für Veranstaltungen sein.
  • In Zeiten mit geringer Nachfrage lastet auf den gastronomischen Betrieb ein enormer Kostendruck. Diesem kann durch die Saisonarbeit optimal begegnet werden. Saisonarbeit ist eine sehr kosteneffiziente Lösung, um Überkapazitäten zu vermeiden.

Den vielen Vorteilen stehen aber auch Schwächen gegenüber, die beachtet werden müssen. So sind bei Saisonkräften Qualitätsschwankungen keine Seltenheit. Vor allem, wenn sich die Betriebe vorwiegend für unerfahrene Kräfte entscheiden, besteht die Gefahr, dass die Qualität stark schwankt.

Auch die Bindung zum Betrieb ist oft nicht so stark wie bei Mitarbeitern, die ganzjährig beschäftigt werden. Das spiegelt sich dann natürlich in der Loyalität wider. Werden immer wieder neue Saisonarbeiter beschäftigt, ist zudem der Einarbeitungsaufwand für die Betriebe recht hoch. Um dies zu vermeiden, bietet es sich an, möglichst auf ein festes Team an Saisonkräften zurückzugreifen, die immer wieder von den Betrieben beschäftigt werden.

Weiterführende Links:

Saisonarbeiter – darauf müssen Gastronomen achten, LEINENLOS, April 2016

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