Die Themen des neuen Jahres sind alte Bekannte: Wirtschaftlichkeit steht ganz oben an und Digitalisierung als ein ganz wichtiges Mittel dafür bleibt das Thema der nächsten Jahre. Das in 2023 neu in Kraft getretene Verpackungsgesetz zeigt erst langsam Wirkung, Nachhaltigkeit wird in allen Ausprägungen das Dauerthema der nächsten Jahre bleiben. Die großen Rahmenthemen bei der Ernährung, also gesundes Essen, pflanzenbasierte Kost, lokale Erzeugung bleiben ebenfalls weiter gültig.
Hausmannskost zu günstigen Preisen
Ein interessanter Ansatz zum Umgang mit steigenden Preisen kommt aus dem Gourmetland Frankreich: Restaurantbesuche können günstiger werden, wenn man das Konzept an die sich ändernden Rahmenbedingungen anpasst. Vor allem in der Hauptstadt Paris eröffnen seit einiger Zeit immer mehr Bouillions, die auf Hausmannskost zu günstigen Preisen setzen. Bouillion, ist das nicht eine Suppe? Ja, auch, aber die ist hier nicht gemeint, zumindest nur indirekt. Ein Pariser Bouillon ist ganz bestimmter Restaurant-Typ. Nicht wirklich Restaurant, aber Brasserie oder Bistro auch nicht. Die Bouillons haben ihren Ursprung im Paris der 1860er Jahre. Ein Metzger namens Duval begann damals kräftige Brühen für die Arbeiter aufzutischen, die mittags in seinem Laden im Hallenviertel vorbeikamen. Genau von diesen Brühen kommt auch der Name Bouillon [deutsch: Brühe]. Diese Lokale sind groß und laut und serviert wird im Eiltempo. So kommen pro Abend mehr Essen auf den Tisch. Die Rechnung geht für Gastgeber und Gäste offenbar auf: Die Läden sind gut gefüllt.
Social Media als Inspirationsquelle
Für Gastronomen wird es immer wichtiger, auch die aktuellen Lifestyle-Themen im Blick zu behalten. Insbesondere bei der Suche nach neuen Angeboten für jüngere Gäste lohnt es sich, Social Media zu nutzen. Durch die sozialen Netzwerke verbreiten sich oft weit entfernte kulinarische Themen rasend schnell. Es handelt sich hierbei um kurzfristige Hypes, die in der Häufigkeit und Vielfalt früher nicht bekannt waren. Ein Beispiel hierfür ist Yams, eine Wurzel, die der violetten Variante einer Süßkartoffel ähnelt und aufgrund ihres süßlich-nussigen Aromas am besten für Süßspeisen geeignet ist. Obwohl die Wurzel in Asien schon lange bekannt ist und alles lila färbt, hat sie sich erst durch soziale Netzwerke im Rest der Welt verbreitet.
Getränke-Trend: Weniger Zucker, weniger Alkohol
Die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken und Getränken mit weniger Alkohol hält an. Parallel dazu steigt aber der Bierkonsum wieder an und auch eine Rückkehr zum Wein ist zu beobachten. Generell werden Getränke, auch Cocktails, mit wenig Zucker oder zuckerfrei bevorzugt. Auch bei Fruchtschorlen wird der Zucker weiterhin reduziert. Smoothies und Säfte bleiben beliebte alkoholfreie Getränke-Alternativen, gern selbstgemacht, frisch, natürlich und ohne Konservierungsstoffe.
Fazit
Fest steht, dass drastisch gestiegene Lebensmittelpreise und der Klimawandel auch in den kommenden Jahren drängende Themen bleiben werden. Für die Individualgastronomie sind Ideen gefragt, um das Konzept zu verändern und anzupassen. Eine Umstellung auf saisonale, vegetarische und pflanzenbasierte Kost bringt nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile von 10 bis 15 Prozent. Bei aller Kostenoptimierung und Einsparung sollte jedoch nicht vergessen werden: Die individuelle Gastronomie zeichnet sich durch Menschlichkeit und Herzlichkeit aus. Es ist wichtig, diese Eigenschaften beizubehalten.
Manfred Troike, 22. Dezember 2023
Weiterführende Links:
Gastro 2024 – Was kommt, was geht, was bleibt?, Gastivo, Dezember 2023





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