Verklärter Hype um Grüne Helden: Good Bank

Zur Zeit macht ein Gastronomie Startup aus Berlin viel von sich reden: Good Bank.

Die Gründer der futuristischen Salatbar in Berlin Mitte, Ema Paulin und Leandro Vergani, reiten auf einer Welle der Faszination für seltsam künstliche Salataufzucht in Nährlösung unter künstlichem LED-Licht in gläsernen Anzucht-Schränken. Erklärbar ist dieser Hype wohl nur als eine Art Rückkehr des von der Natur entfremdeten Großstädters zu den Ursprüngen. Denn Pflanzen stehen am Anfang der Evolutions- und Nahrungskette, sie sind die Bedingung für Leben. Ihre Aufzucht vermittelt das Gefühl, die Welt in der Hand zu halten und der Schöpfung nahe zu sein. In laborartiger Atmosphäre kann man sich als urbaner Mensch der Natur wieder annähern und sie mit Hilfe von LED-Lampen und Zeitschaltuhr gleich noch mal optimieren.

Good Bank: Grüne Helden in DB-MOBIL Ausgabe 11-2017

Das Konzept hat gerade den Gastro-Gründerpreis 2017 im Bereich Innovation gewonnen und auch die Bahn-Zeitschrift DB-MOBIL präsentiert die beiden Gründer in der aktuellen grünen Sonderausgabe als „Grüne Helden“.

Aber ein wenig zu weit geht es hier dann für meinen Geschmack doch mit der journalistischen Verklärung dieses technisch aufwändigen Konzeptes:

„Für einen Gemüsegarten bedarf es keines großen Grundstücks in Sonnenlage. Ein Wandschrank mit Lampe reicht aus“.

So steht es im Fazit des DB-MOBIL Artikels.

Hier verkennt man,  dass die Anzucht der Pflanzen in den Anzuchtschränken derzeit nicht von den beiden Restaurant-Betreibern durchgeführt wird, sondern die Pflanzen werden mit Computer-Überwachung gepflegt von den beiden israelischen InFarm-Gründern Guy Galonska und Osnat Michaeli. Das Verfahren ist sehr aufwändig, entsprechend teuer ist die Salatproduktion.

Die Investition in die Grundausstattung des Betriebes ist allein schon aufgrund der Vertical-Farm-Module erheblich. So wird dies auch nicht von dem Gründerteam Ema Paulin und Leandro Vergani allein geleistet. Hinter den Kulissen befindet sich Atlantic Food Labs als Investor.

Manfred Troike, 31. Oktober 2017

 

 

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