Sobald ein Gastro-Trend allgemein geworden ist…

…hat er sich bereits überlebt.

So könnte man einen Aphorismus von Marie von Ebner-Eschenbach über die Mode in Bezug auf die Gastronomie abwandeln. Schaut man auf die aktuellen Meldungen über die Gastronomie-Trends in diesem Jahr, kann man den Eindruck gewinnen, dass nichts wirklich Neues mehr dabei ist.

Edel-BurgerGlaubt man PRINZ, SZENE Hamburg und dem Hamburger Abendblatt, dann wird Hamburg aktuell überflutet von Burger-Innovationen, veganer Küche und Bierspezialitäten (Craft Bier). Und auch den Begriff  „Regionalität“ mag man inzwischen nicht mehr hören.

Man fragt sich: Sind all die Allergiker, Vegetarier und Veganer Modeerscheinungen oder begründete Reaktionen auf die Industrialisierung des Essens? Sicher hat der zeitoptimierte Alltag unserer modernen Gesellschaft viel mit der Sehnsucht nach Gutem, Handgemachtem und Individuellem zu  tun.

Nach einer langen Zeit geschmacklicher Reduzierung durch zu viel Gekühltes und Vorproduziertes besteht jetzt ein großer Wunsch nach frischem und gesundem Essen. Für Gastronomen bedeutet das, in dieser Vielfalt der Ansprüche das eigene Profil zu schärfen. Das heißt auch Mut zur Lücke zeigen, das Angebot  reduzieren und Mut zu einer ganz gezielten Auswahl haben.

Bei der jungen Generation verändert sich etwas, viele legen heute mehr Wert auf ihr Essen. Coolness, ständige Erneuerung, Vorwärtsdrang und Frische sind gefragt. Einzigartigkeit und die Nische werden auch in Zukunft erfolgreich sein. Das breite Mittelfeld, das nicht positioniert ist, wird eine Marktbereinigung erfahren. Ein Gastronom muss heute mehr denn je ein Gespür dafür haben, was seine Gäste wollen. Herz, Großzügigkeit und auch ein wenig Entertainment gehören dazu.

Entscheidend ist die Antwort auf die Frage: Wie wird man unverwechselbar? Und darauf gibt es  keine allgemeingültige Antwort. Wichtig bleibt, eine eigene Handschrift zu entwickeln und dazu eine eigene, einzigartige Geschichte zu erzählen. Entscheidend ist in jedem Fall, dass man sich in einem Restaurant wohl fühlt, dass die Qualität des Essens stimmt und man Freude beim Genießen hat.

29. Juni 2014, Manfred Troike

 

 

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