Saisonarbeiter – darauf müssen Gastronomen achten

KochSie haben einen Gastronomiebetrieb und erwarten während der Saison einen großen Ansturm an Touristen? Dann sollten Sie sich vielleicht nach Saisonarbeitern umsehen, um möglichst günstig und unkompliziert an die Aushilfskräfte zu kommen, die Sie für den begrenzten Zeitraum brauchen werden.

Das sind die Rahmenbedingungen für Saisonarbeiter

Damit die Beschäftigung nicht sozialversicherungspflichtig wird, was weder Ihnen noch den Saisonarbeiter besonders gefallen dürfte, müssen Sie einige Fristen beachten. Das Arbeitsverhältnis darf nicht länger als drei Monate bestehen, wenn die Arbeitskraft mindestens fünf Tage pro Woche beschäftigt ist, oder nicht mehr als 70 Arbeitstage insgesamt arbeitet bei weniger als 5 Tagen die Woche. Achtung: Das gilt nicht nur für die aktuelle Beschäftigung! Die genannten Zeiträume sind pro Kalenderjahr gemeint, also werden mehrere geringfügige Beschäftigungen im Jahr zusammengezählt. Werden dabei die Arbeitstage überschritten, werden Sozialabgaben und Lohnsteuer fällig.

Außerdem darf dieser Job nicht berufsmäßig sein, also die einzige Tätigkeit, die diese Person ausübt, um ihr Leben zu finanzieren. Ob eine Berufsmäßigkeit besteht, prüfen Sie vor der Einstellung im Gespräch, am besten mit einem Fragebogen. Lassen Sie sich die Richtigkeit der Angaben vom Arbeitnehmer bestätigen und unterzeichnen, das kann Sie bei falschen Angaben rechtlich schützen.

Saisonarbeiter aus anderen EU-Ländern

Mehr und mehr müssen Gastronomen auf Aushilfskräfte aus dem Ausland zurückgreifen. Hier sollten Sie sich frühzeitig kümmern, um alles Notwendige im Vorfeld in die Wege leiten zu können: Wer aus dem EU-Ausland als Saisonarbeiter in Deutschland arbeiten möchte, muss vor der Einreise einen gültigen Arbeitsvertrag vorlegen können, dem die Arbeitszeiten und die Entlohnung zu entnehmen sind. Außerdem muss er nachweisen, dass er eine Unterkunft hat. Verschaffen Sie ihm ein Dach über dem Kopf, dürfen Sie ihm die Miete nicht einfach vom Lohn abziehen. Auch für Saisonarbeiter aus dem Ausland gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro. Werden die Fristen überschritten, gelten auch die oben genannten Regeln zu Lohnsteuer und Sozialabgaben.

Welche Rechtsvorschriften gelten?

Ehe Sie Saisonarbeiter aus dem Ausland einstellen, sind Sie verpflichtet, deren berufliche Situation festzustellen. Haben sie keinen anderen Job in ihrem Heimatland, gelten für sie die deutschen gesetzlichen Regelungen. Sind sie allerdings zu Hause in einem Angestelltenverhältnis oder selbstständig tätig, gelten für sie die Rechtsvorschriften ihres Heimatlandes. Gegebenenfalls müssen Sie als Arbeitgeber dann Sozialabgaben an das entsprechende Land zahlen. Ihre potenziellen Arbeitskräfte legen Ihnen, wenn sie daheim anderweitig tätig sind, die Bescheinigung A1 vor.

Hier finden Sie Saisonarbeiter

Früher einmal mag es ausgereicht haben, einen Aushang im Restaurant, der Eisdiele oder dem Hotel zu machen, auf dem nach Aushilfen gesucht wird. Heute läuft sowas über das Internet. Auf Seiten wie meinsaisonjob.de etwa können Sie sich nach geeigneten Kandidaten umschauen. Je nachdem, wofür Sie eine Aushilfskraft brauchen, stöbern Sie einfach durch die Profile und kontaktieren passende Arbeitnehmer.

Wichtig beim Beschäftigen von Saisonarbeitern

Natürlich gilt es einige Dinge zu beachten, wenn Sie Saisonarbeiter einstellen möchten. Zum Beispiel müssen Sie den Beginn, das Ende und auch die Dauer der täglichen Arbeit der Saisonarbeiter festhalten, damit Sie im Falle einer Betriebsprüfung nachweisen können, dass Sie wirklich den Mindestlohn gezahlt haben. Außerdem müssen Sie bedenken, dass Ihre Saisonarbeiter einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall haben, wenn sie vorher zumindest vier Wochen bei Ihnen beschäftigt gewesen sind.

Arbeitskräfte, mit denen Sie nicht besonders zufrieden sind, dürfen Sie nicht einfach an die Luft setzen: Bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit müssten Sie ihnen sonst Schadenersatz zahlen. Daher lohnt es sich, Ihre potentiellen Saisonarbeiter im Vorfeld genau zu prüfen. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl bekommen Sie rasche, effiziente Aushilfen zum Putzen, Tellerwaschen, Gemüseschnippeln oder auch für den Service. Letztere sind dank des zusätzlichen Trinkgeldes oft besonders zufrieden.

Bildquelle: © skeeze (749563) – pixabay.com

 

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