MealSaver – Eine App gegen Lebensmittelverschwendung

Ein gutes Essen, wenig bezahlen und etwas für die Umwelt tun? Das Konzept der App gegen Lebensmittelverschwendung „MealSaver“ verspricht einen hohen Nutzen für die User. Aber nicht nur sie profitieren, sondern eben auch die Umwelt. Denn die Idee basiert auf Motivation zu einer nachhaltigeren Gastronomie. Wir stellen die App im Überblick vor.

Trend zur Umweltfreundlichkeit

In 2017 gibt es wohl kaum jemanden, der nicht über die Umwelt und den Klimawandel nachdenkt. Deswegen ist es wenig verwunderlich, dass auch Unternehmen und Gastronomen auf den Zug der Nachhaltigkeit aufspringen. Sie verschicken ihre Pakete nur noch mit speziellen nachhaltigen Lieferscheintaschen, verpacken die zu liefernden Mahlzeiten mit Paketen aus recycelten Rohstoffen oder verzichten gänzlich auf Fleisch und setzen auf Fairtrade.

Die MealSaver App

MealSaver CustomerDie Idee hinter der MealSaver ist simpel: Übriggebliebenes Essen aus Restaurants sollte nicht weggeworfen sondern weiterverkauft werden. Die Idee zu der App hatte im Oktober 2016 die Dänin Mai Goth Olsen. Sie studierte Umwelttechnologie und begann sich für Lebensmittelverschwendung zu interessieren. Nach dem Start in Dänemark gibt es heute auch in Berlin und Hamburg die MealSaver App. Die Restaurants und Cafés, die Mahlzeiten übrighaben, werden in der App aufgelistet und kurz charakterisiert. Außerdem erhalten User Informationen über den Preis und das Zeitfenster, in dem die immer noch stilvoll angerichteten Speisen abgeholt werden können. Bestellt und bezahlt wird über die App, die einen Euro jedes verkauften Essens erhält. Der Rest geht an die Restaurants.

MealSaver Restaurants in Hamburg

MealSaver AppCafé Philo in Eimsbüttel
Ahoi in St. Pauli
Harbour Bakery in St. Pauli
Fresh Food Factory in St. Georg
Kervan Simi in St. Georg
Café Morgenstund in Uhlenhorst
Limu in Eimsbüttel
Zum Quarkbällchen in Eppendorf
Café 53 in Eimsbüttel
Sushi Factory in Altona

Fakten zur Lebensmittelverschwendung in Deutschland

Eine Umfrage des BMUB zeigte, dass ein Drittel der essbaren Bestandteile aus der Lebensmittelproduktion weggeworfen werden. So kommt man weltweit jährlich auf eine Summe von 1,3 Milliarden Tonnen weggeworfener Lebensmittel.

Jede einzelne Person aus Europa wirft nach Schätzung der Europäischen Kommission pro Jahr 173 Kilogramm Lebensmittel weg. Das macht 88 Millionen Tonnen Müll pro Jahr. 53 % aller Lebensmittel gehen dabei auf Kosten der Privathaushalte. Auch ungeöffnete Lebensmittel werden oft weggeworfen – ein Viertel der eingekauften Lebensmittel. 30 % entfallen auf die Landwirtschaft, 12 % auf die Gastronomie und 5 % auf den Handel.

Hilft MealSaver wirklich?

MealSaver rettete kurz nach dem Launch der App 2016 bei einer Teilnehmerzahl von 5.000 Usern bereits eine ganze Tonne Essen in Deutschland. Im Vergleich zu den weggeworfenen Lebensmitteln in der Gastronomie, nämlich eine Million Tonnen pro Jahr, ist diese Zahl zwar sehr gering, doch bereits ein halbes Jahr später haben 10.000 Menschen in Deutschland die App heruntergeladen. Somit sind es nach einem halben Jahr bereits zwei Tonnen, die gerettet wurden. Das Prinzip funktioniert.

Heruntergeladen werden kann die App hier.

Fusion von MealSaver mit ResQ Club

Inzwischen hat das Startup MealSaver die Fusion mit ResQ bekannt gegeben: Seit dem 16.5.2017 arbeiten MealSaver und ResQ Club mit raffinierter Technologie als Team zusammen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit 1300 Partnerbetrieben und über 250.000 App-Downloads retten MealSaver und ResQ Club gemeinsam Tonnen überschüssig produzierten Essens.

Beide Start-Ups haben Plattformen entwickelt, auf denen überschüssiges Essen in der Gastronomie an App-Nutzer direkt weiterverkauft wird. Bei der Fusion wird das Beste aus zwei unterschiedlichen Modellen herausgeholt. Zum einen besteht die Möglichkeit, mit der MealSaver-App Überraschungsboxen mit überproduzierten Speisen, die aufgrund schwankender Nachfrage übrig geblieben sind, kurz vor Ladenschluss zu reservieren – beispielsweise von Buffet-Restaurants. Die ResQ Club-App bietet Restaurantpartnern wiederum die Option, individuelle Gerichte in Echtzeit anzubieten. Nutzer in der unmittelbaren Umgebung werden über das eingestellte Angebot informiert und können es kurzfristig direkt über die App kaufen und als Takeaway abholen.

Die Modelle ergänzen sich perfekt und bieten unterschiedlichen Gastronomiepartnern eine Lösung gegen Lebensmittelverschwendung.

Photos: © MealSaver

 

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