Leerstand auf der Uhlenhorst

Auf der Uhlenhorster Einkaufsmeile entlang der Papenhuder Straße und dem Hofweg, wo früher Modeläden, Weinkontore und Lebensmittelhändler für reges Leben sorgten, herrscht heute vielfach gähnende Leere. Die Papenhuder Straße mit ihren Jugendstilvillen und Alleebäumen entwickelt sich von einer Laden- in eine Leerstandsmeile.

Auch der südliche Teil des Hofwegs, in den die Papenhuder Straße übergeht, weist einigen Leerstand auf. Dabei hatte man sich gerade durch den im letzten Jahr eröffneten elitären Fitness- und Wellness-Club Aspria Uhlenhorst an der Averhoffstraße, sowie durch das elegante Wohnprojekt Averhoffpark eine Aufwertung in diesem Bereich erhofft.

Für die Gastronomie auf der Uhlenhorst wird es  schwerer. Es fehlt eine gute Mischung aus Zeitschriftenläden, Modeboutiquen, Parfümerien, kleinen Läden und Lebensmittelgeschäften, die Laufkundschaft bringen und den Stadtteil beleben. Es kommen dadurch einfach weniger Passanten vorbei, die Straße ist ruhiger geworden.

So sind im letzten Monat gleich zwei Gastronomie-Betriebe auf der Uhlenhorst in finanzielle Schwierigkeiten geraten: Nach dem Restaurant Oberon hat nun auch das traditionsreiche Literaturhaus Café am Schwanenwik Insolvenzantrag gestellt. Vierzig Mitarbeiter des Cafés bangen jetzt um ihre Zukunft. „Die schwache Marktlage, die das operative Geschäft nicht gerade erleichternden Einschränkungen des Denkmalschutzes sowie die unausweichlich herannahende Mindestlohnthematik, haben mir perspektivisch keine andere Wahl gelassen“, sagte Günther Zapp, der die Gastronomie führt, dem Hamburger Abendblatt.

Feenteich_Uhlenhorst

„Ambitionierte und urige Restaurants, Antiquitätengeschäfte, edle Boutiquen, Feinkostläden … hier ist Lebensart zu Hause“ – das ist das Bild, das viele Hamburger mit dem Stadtteil Uhlenhorst verbinden. Aber dieses Bild stimmt so nicht mehr. Es schreckt ab, wenn man als Passant an beschlagenen Schaufensterscheiben entlanggehen muss. Die Stimmung, die  von verlassenen Geschäften ausgeht,  kann auch den Nachbarn zum Verhängnis werden und so eine Negativspirale auslösen.

Ein Auslöser für die Entwicklung  ist vermutlich die Hamburger Meile, das Shoppingzentrum an der Grenze zwischen der Uhlenhorst und Barmbek in unmittelbarer  Nähe von Papenhuder Straße und  Hofweg. Hier zieht eine attraktive Zahl von Läden unter einem Dach die Besucher an.

Die Anwohner haben das Problem erkannt und wollen  gegensteuern: Sie wollen sich zusammensetzen und ein Konzept erarbeiten, um für mehr Belebung in ihrem Stadtteil zu sorgen. Eine Idee ist, mit mehr Außengastronomie neues Geschäftsleben in den Stadtteil zu bringen.

Quellen:

  • Hamburger Abendblatt vom 10.05.2013: „Bürger beklagen Leerstand in Uhlenhorster Einkaufsmeile“
  • Hamburger Abendblatt vom 31.05.2013:  „Literaturhaus Café meldet Insolvenz an – nach 24 Jahren“


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