Leaders Club Award 2016 vergeben

Zur Förderung von Innovation in der Branche hat der Leaders Club dieses Jahr schon zum 15. Mal den Leaders Club Award für neue herausragende und innovative Gastronomie-Konzepte verliehen. Der Wettbewerb ist für alle Segmente der Gastronomie in Deutschland und Österreich ausgeschrieben. Die einzige Bedingung ist, dass das Konzept bei der Bewerbung noch keine zwei Jahre am Markt besteht. Das Finale fand am 11.11.2016 im Schmidt-Theater Hamburg  statt.

Die sechs nominierten Finalisten konnten unterschiedlicher kaum sein und lagen doch in Stärke und Besonderheit der jeweiligen Idee so eng beieinander, dass die Wahl ausgesprochen schwer fiel.

Die Gewinner der Palme in Gold, Silber und Bronze

Überraschungssieger  und Gewinner der goldenen Palme war die Metzgerei Kumpel und Keule aus Berlin, also kein gastronomisches Konzept im engeren Sinn, sondern ein Handwerk. Der Inhaber und Metzgermeister Jörg Förstera und sein Kompagnon und Kommunikationsmanager Hendrik Haase wollen  den ehrlichen Fleischgenuss zurückholen. Es geht ihnen darum, dem Fleisch und dem Handwerk seine Würde zurückzugeben. Sie stehen für eine neue, junge Generation von Metzgern, die mit Leidenschaft und Überzeugung auf der Suche nach allumfassender Qualität vom Acker bis auf den Teller sind. Im Mittelpunkt der Arbeit von Kumpel & Keule stehen dabei Transparenz, die handwerkliche Herstellung, die Herkunft des Fleisches und vor allem der Geschmack.

Die silberne Palme ging an Renate und Hubert Oberlader von der hendl fischerei in Leogang, Österreich. Was die hendl fischerei ist, kann man schwer einordnen. Anzusiedeln ist sie irgendwo zwischen Schirm-Bar, Club, Almhütte, Lounge und Sonnenterasse. Es fällt schwer auszudrücken, welch ein Gebäudetypus die Gäste eigentlich empfängt. Treffend ist in jedem Fall der Begriff architektonisches Kunstwerk. Neben dem gastronomischen Angebot nach dem Skitag und dem Panoramablick auf 1780m Höhe fasziniert der Anblick der Holzkonstruktion: Weiche Formen, die sich durch die gesamte hendl fischerei ziehen, machen diesen Bau zu einem einzigartigen Anblick – alles handgefertigt durch den Bildhauer Gottfried Kaschnig und sein Tischlerteam.

Die Palme in Bronze ging an ein sympathisches, familiäres Restaurant in Frankfurt: La Cevi interpretiert peruanische Küche auf modernem Niveau. Die Inhaber, das Ehepaar Heidi und Daniel Nawenstein, sind in gewisser Weise alte Bekannte. Bereits vor der Eröffnung ihres Restaurants hatten sie den Gastro Startup-Wettbewerb der Internorga in diesem Jahr gewonnen. Neben der authentischen Küche ist die Natürlichkeit und der Charme der Inhaber und ihres Personals der Schlüssel ihres Erfolges. „Uns war es wichtig, viel Herzblut in den Laden zu stecken. Uns war es viel wichtiger, Kellner zu haben, die einfach nett sind, als Kellner zu haben die professionell sind, und das hat sich ausgezahlt. Uns war es wichtiger, dass die Leute vielleicht mal 5 Minuten länger auf ihren Teller warten, aber dafür 1a Qualität bekommen“, sagte Daniel im Interview nach der Preisverleihung.

Die sechs Finalisten im Überblick

Präsident des Leaders Club, Roland Koch, der sein Amt zum 1. Januar 2017 an Michael Kuriat übergibt, ist begeistert von allen Finalisten: „Sechs starke Konzepte, die sehr eng beieinander liegen, fast unwählbar! Aber ich denke, dass auch dieses Mal am Ende die Richtigen ganz oben stehen: Das Thema Handwerk und Gastronomie auf kleinem Raum so zu vereinen, wie „Kumpel und Keule“ es tun, ist großartig.“

Die 6 nominierten Konzepte im Überblick:

  • SoHo Chicken, Hamburg, Dirk Block
  • Kumpel und Keule, Berlin, Jörg Förstera und Hendrik Haase
  • La Cevi, Frankfurt, Heidi und Daniel Nawenstein
  • Liebesbier, Bayreuth, Jeff Maisel, Ute und Thomas Wenk
  • hendl fischerei, Leogang, Österreich, Renate und Hubert Oberlader
  • Salonplafond, Museum für angewandte Kunst (MaK), Wien, Patrick Rüther, Tim Mälzer und Bart Felix
  • SOHO Chicken Außenansicht
    Premium Grillhähnchen Konzept "SoHo Chicken" - Foto: www.anna-lena-ehlers.de

Ebenfalls nominiert, doch ohne Palme

Premium-Grillhähnchen-Konzept „Soho Chicken“

Soho Chicken ist das Konzept-Baby von Inhaber Dirk Block, Sohn des Hamburger Erfolgsgastromen Eugen Block. Die Beschreibung zum Konzept: „Wir haben die einzigartige Formel für das flame grilled SoHo Chicken gefunden. Es wird master crafted vorbereitet, nach hauseigenem Rezept mariniert und über offener Flamme gegrillt. Für uns schmeckt es so, wie wir uns ein Brathähnchen von früher vorstellen. Eben wie bei Max & Moritz oder im wunderbaren Schlaraffenland.“

Nach zwei Jahren sorgsamen Feilens an Systemdetails fiel am 11.11.2015 an der Hamburger Hoheluftchaussee der Startschuss für den Pilotbetrieb. Im Fokus: ganze Hähnchen, flame grilled in der Showküche und serviert in trendig urbanem Ambiente. Investitionssumme: rund 1,1 Mio. €. Das 105 Indoor-Sitzplätze (plus 24 outdoor) zählende Fullservice-Restaurant will Maßstab für ein neues kosmopolitisches Konzept sein.

„Liebesbier“, der außergewöhnlichste Biergarten Deutschlands

Kneipe 4.0 als Erlebnisgastronomie – das ist das neue Gemeinschaftsprojekt von Brauer Jeff Maisel und den Gastronomen Thomas Wenk, Ute Wenk und Andrea Bauernfeind. Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen die Themen Bier und Handwerk. Gastronomische Leidenschaft und die Brauerei als Partner gestalten den wohl außergewöhnlichsten Biergarten Deutschlands: Das Projekt „Liebesbier“.

21 Zapfhähne und über 80 Flaschenbiere warten am Tresen auf den Gast. Sehenswert: Die Flaschengalerie mit kreativen Gebräuen aus der ganzen Welt! Bis zu 45 Holzfässer lagern direkt im Liebesbier – prall gefüllt mit Craft-Bieren von Maisel & Friends!

Liebesbier wird zur Liebesgalerie: Die Wände zieren Werke junger renommierter Künstler wie Okuda, Bansky, Herakut oder Vidam.

„Salonplafond“ – Ganztageskonzept bis hin zu guten Drinks bei DJ- oder Livemusik

Salonplafond, Wien: Um die 140 Plätze auf 290m², im Frühling mit grosser Terrasse und einem der schönsten Gärten Wiens. Hier stehen Leidenschaft, Qualität und Handwerk im Vordergrund.

Der große Plafond im Museum für angewandte Kunst (MaK) in Wien schafft eine elegante, schlichte und gleichzeitig prachtvolle Atmosphäre. In der Küche steht neben der Herkunft die schonende Verarbeitung der Produkte im Vordergrund. Schlichte, produktbetonte und „schnörkellose“ Gerichte werden vom Küchenchef Aaron Waltl gekonnt umgesetzt. Das Design und Interieur des Restaurants wurde von dem Architekten Michael Embacher gestaltet: ein gemütliches Ambiente, orientiert am traditionellen Wiener Wirtshausstil, mit historischen Möbeln von Oswald Haerdtl und Stoffen von Josef Frank.

Tim Mälzers und Patrick Rüthers Tellerrand Consulting ist zu 50 Prozent am Salonplafond beteiligt. Die Wiener Gastronomen Barbara und Peter Eichberger halten die restlichen 50 Prozent. Die beiden Gesichter des Erfolgs vor Ort: Gernot Messinger und Andre Drechsel, die Restaurantleiter der stylishen Location.

LEINENLOS, 13. November 2016

 

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