Kurze Blüte: „LaBaracca“ Schließungen

Persönlicher Service statt iPad: LaBaracca Konzept geht nicht aufEs sieht so aus als sei die neue gastronomische Vision von „Vapiano“ Gründer Mark Konzilius trotz großem Presse-Wirbel am Anfang nicht nachhaltig erfolgreich. „LaBaracca“ nannte Konzilius sein neues Konzept, bei dem ähnlich wie bei „Vapiano“ italienisches Essen im Mittelpunkt steht.

Der Clou bei „LaBaracca“ ist allerdings ein Hitech-orientiertes Service-Konzept: Der Gast bestellt sein Menü per iPad und die Kellner heißen Stewards.

Es ist alles ein bisschen anders in diesem italienischen Restaurant: Durch das elektronische Bestellkonzept wird die klassische Menüfolge von Vor-, Haupt- und Nachspeise zugunsten der Kategorien Fisch, Gemüse und Fleisch aufgelöst. Damit soll erreicht werden, mehrere kleinere Portionen zu wählen und so vielfältiger zu probieren. Auch spontane Weinproben sind möglich.

Das Konzept wurde unter großer Beachtung von Branche und Medien im Mai 2010 am Pilotstandort München eröffnet.  Es folgte der Standort Düsseldorf. Im September 2011 eröffnete dann auch eine Dependance am Sandtorkai in der HafenCity von Hamburg.  Im November 2012 kam schließlich noch Lübeck hinzu.

Doch fast zeitgleich machte im Januar 2013  LaBaracca Düsseldorf plötzlich sang- und klanglos dicht. Die Geschäftsleitung von LaBaracca in München wollte sich dazu nicht öffentlich äußern.  Der Schließung am Standort Düsseldorf folgte nun vor wenigen Tagen auch der Pilotstandort München. Aus „LaBaracca“ wurde in München „Destina“. Optisch hat sich das Restaurant am Maximiliansplatz kaum verändert, doch statt auf Touchscreens bestellt man jetzt wieder bei einem Kellner.

Warum geht das Konzept nicht auf? In München sagt man, die Technik war ein Hauptproblem. Die Bestellungen per Tablet seien anfällig für Pannen und die Geräte  teuer in der Wartung. Kritiker vermuten allerdings eher, dass das unpersönliche Order-Prinzip  zum Aus für den innovativen Ansatz geführt habe.

Mit den Erlösen am Hamburger Standort in der Hafencity ist man bisher angeblich zufrieden, auch wenn  die Restaurant-Umgebung in der HafenCity unter dem lang andauernden Baustellen-Charakter zu leiden hatte. Auch das Mietniveau ist sicher eine Herausforderung.  Dennoch, das Restaurant in der Hamburger HafenCity läuft gut und es ist profitabel, heißt es.

 

Quellen:

AHGZ Newsletter vom 24.10.2013
Abendzeitung München, Destina – Das Leben nach den iPads, 22.10.2013

 

Nachtrag vom 14. 07.2014:

Am 1. Juli 2014 wurde über das Vermögen der Überseeboulevard Service UG (haftungsbeschränkt), die hinter dem LaBaracca in der HafenCity steht, vom Hamburger Amtsgericht das Insolvenzverfahren eingeleitet.

 

 

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