Gründertag und Gründerstadt: Hamburg bemüht sich

Am Samstag, den 22. März 2014, fand zum 19. Mal der Hamburger Gründertag statt.  Zeitgleich präsentierte  das Hamburger Abendblatt das Magazin „Hamburg gründet“ und startete die dazu gehörige Webseite www.hamburg-gruendet.de.  Es scheint so, als gäbe es viel Unterstützung für die Startup-Kultur in Hamburg. Bei genauem Hinsehen handelt es sich aber doch mehr um Medien-Rummel. Das vielfältige Beratungsangebot ist zu begrüßen, aber wieviel konkrete Unterstützung seitens Hamburg für Gründer gibt es darüber hinaus?

Auch wenn Hamburg sich selbst zu den wichtigsten deutschen Gründerstädten zählen kann, verliert die Hansestadt doch oft gegen die Bundeshauptstadt den Wettbewerb um die Ansiedlung kluger Gründerköpfe. Das liegt nicht zuletzt auch am Angebot von passenden Räumlichkeiten, kleinen Büros oder flexiblen Arbeitsplätzen. Denn ein Hauptgrund für Probleme, die im Zusammenhang mit Startup-Büros auftreten, sind die Mietverträge. Berlin bietet dafür inzwischen offenbar eher Lösungen als Hamburg. Auch auf der Technologie-Messe Cebit zeigte sich Berlin als facettenreiche Gründerstadt.

Der diesjährige Hamburger Gründertag dagegen versuchte den Erfolg des vergangenen Jahres im wahrsten Sinne des Wortes zu kopieren: Das Veranstaltungsangebot war nicht nur ähnlich, sondern übernahm Vorträge und Vortragende zum Teil direkt aus der Veranstaltung des Vorjahres. Ein Informationsangebot, das sich speziell an Gründer aus dem Bereich der Gastronomie richtet, fehlte in diesem Jahr ganz. Dabei greifen gerade für Gründer in der Gastronomie die gängigen Förderprogramme nicht,  denn der  überwiegende Teil der Finanzierungsförderungen basiert auf dem Hausbankprinzip, also letztlich auf einer Bankfinanzierung, die generell für die Gastronomie schwer erreichbar ist. Auch Bürgschaftsbanken helfen nur, wenn auch der unverbürgte Darlehensrest abgesichert ist. Wer aber schließlich für 100 % werthaltige Sicherheiten bietet, der erhält überall Geld. Dieses Szenario ist jedoch für Existenzgründer – gerade in der Gastronomie – nicht sehr realistisch. Viele Banken beleihen Objekte in der Gastronomie nicht bzw. erwarten 40-50% Eigenkapital. Für Inventar lässt sich über Banken in der Regel keine Finanzierung darstellen.

Mein Eindruck: Dem 19. Hamburger Gründertag fehlte es an frischen Ansätzen und neuen Gesichtern. Dabei hat die Hamburger Gründerszene doch zahlreiche Persönlichkeiten zu bieten, die das Gründertagsprogramm bereichern könnten. Den Veranstaltern des Gründertages, der Handelskammer Hamburg und der Handwerkskammer, fehlte es da in diesem Jahr ein wenig an Schwung.

23. März 2014, Manfred Troike


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