Gastronomen und die Steuer – Zwei Welten begegnen sich

Gastronomen aufgepasst: Alle Steuersparmöglichkeiten ausschöpfen

© istock.com/Phil Cardamone

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Je mehr Gewinn ein Betrieb abwirft, desto mehr Steuern fallen an – umso wichtiger ist es, möglichst viele Ausgaben abzusetzen. Auch in der Gastronomie gibt es dafür viele Möglichkeiten.

Generell sollten sich Gründer in allen Branchen frühzeitig mit dem Thema Steuern auseinandersetzen. Denn es gibt vieles, das man wissen sollte und das betrifft vor allem die Schlupflöcher, mit deren Hilfe die Spanne zwischen brutto und netto entscheidend verringert werden kann. Grundsätzlich können Gastronomen sämtliche Betriebsausgaben steuerlich geltend machen, angefangen bei der Ladenmiete über die Personalkosten bis hin zu etwaigen Werbemaßnahmen. Ob Flyer, Plakate, Kundenstopper oder Print-Anzeigen, alles ist als Werbungskosten absetzbar; es lohnt sich also umso mehr, in Werbung zu investieren, da durch die Investition ein direkter Mehrwert entsteht.

Lückenlose Dokumentation ist Voraussetzung

Dabei gilt stets, dass alle Ausgaben auch belegt sein müssen. Kleinere Posten lassen sich bei glaubwürdiger Argumentation auch ohne Belege absetzen, dies hängt jedoch vom Finanzamt ab und ist nicht garantiert. Es führt daher kein Weg an einer sauberen, vollständigen Dokumentation aller Ausgaben vorbei. Steuerrechtlich gibt es dabei einige Dinge zu beachten:

  • Geringwertige Wirtschaftsgüter, auch GWG genannt, beschreiben sämtliche Gegenstände, die aus dem Privatbesitz bei der Gründung ins Geschäftsvermögen übergehen. Dabei kann es sich beispielsweise um Bürostühle, PCs, Lampen, Schreibtisch und viele andere Dinge handeln.
  • Gastronomiebetriebe, die maximal 100.000 Euro Gewinn erwirtschaften, dürfen den Investitionsabzugsbetrag nutzen. Dieser ist seit 2007 der Ersatz für die Ansparrücklage und kann die Steuerbelastung deutlich verringern.
  • Gegenstände mit einer Nutzung von mehr als einem Jahr werden als Absetzung für Abnutzung (AfA) steuerlich geltend gemacht. Häufig handelt es sich dabei um größere oder teure Gegenstände wie Autos, aber auch Gebäude, Computer oder Möbel. In der Gastronomie kommen natürlich noch Küchenausstattung und Küchengroßgeräte dazu.

Auch weitere, einmalige Kosten wie der finanzielle Aufwand für Messebesuche können in vollem Umfang geltend gemacht werden. Um bei den vielen Möglichkeiten, den finanziellen Gewinn zu senken, nicht die Übersicht zu verlieren, ist die Beratung durch einen Steuerexperten dringend empfohlen. Dies hat mehrere Vorteile, denn zum einen kennen Steuerberater sämtliche Gelegenheiten und Fallstricke, außerdem sind die Kosten für einen Steuerberater gemessen am Gegenwert relativ gering – und können ebenfalls von der Steuer abgesetzt werden. Insbesondere bei den Personalkosten kann der Experte über die Möglichkeiten der Nettolohn-Optimierung noch einiges herausholen.

Ganz wichtig außerdem: Wer viel Gewinn erwirtschaftet, der sollte sich bereits zum Jahresende hin vom Steuerberater ausrechnen lassen, ob es Sinn macht, bewusst weiteres Geld auszugeben, um dieses sinnvoller einzusetzen, als es per Steuer an den Staat zu „verschenken“. Alleine aufgrund der kalten Progression macht dies oft Sinn.

Weiterführende Links:

Steuertipps für Gastro-Gründer: 7 Fragen an Steuerberater Arno Böttcher, Nomyblog, 30.Juli 2015

 

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