Gastro-Ideen von ungewöhnlich bis schrill: Tops oder Flops?

Die Internorga hat sich zu einem guten Testfeld für frische Ideen und Ansätze in der Gastronomie entwickelt. Hier kann im direkten Kontakt mit Fachpublikum und Verbrauchern die Wirkung und Resonanz neuer Produkte, Konzepte und Techniken unmittelbar geprüft werden. Klar, dass nicht jeder neue Ansatz zu einem Mega-Erfolg werden kann. Hier ein paar Ideen, die in der Präsentation zwar auffallen, aber dennoch erst beweisen müssen, dass sie auch dauerhaft erfolgreich sein können. Bei manchen fehlt es vielleicht noch am rechten Zuschliff für den Erfolg.

  • Gesunder Energy Drink mit schrillem Marketing: "Frisches Blut"

Frisches Blut“ – Energy Drink mit schrillem Marketing auf natürlicher Basis: Inhaltsstoffe sind Artischockenkraut-Extrakt, Ginkgo-Extrakt, Niacin, Angelikawurzel-Extrakt, Ginseng-Extrakt, Fructose, Panthothensäure. Das mag ja gesund sein, Aufmerksamkeit erweckt es auch, aber ob man mit diesem Konzept, das sich selbst als jung, innovativ und ungewöhnlich feiert, wirklich nachhaltig Kunden gewinnt, muss sich zeigen.

Grillido“ wirbt mit der Wurst-Revolution: Eine Bratwurst mit 80% weniger Fett, reich an Proteinen und bester Fleischqualität. Dieser Ansatz, auf der Fitness- und Gesundheitswelle mitzureiten, hat auch bei anderen Produktideen nicht den erhofften Erfolg gebracht. Der Fitness-Ansatz allein reicht nicht, es muss schon noch etwas dazu kommen.

Fresh Puccino“ – geeiste Milch und Joghurtdrinks in vielen Geschmacksrichtungen. Der Anbieter liefert Maschine und Grundbasis, Saucen und Zubehör im Gesamtkonzept. Guter Geschmack, vielfältige Einsatzmöglichkeiten – diese Idee hat Entwicklungspotential. Mal schauen, was daraus wird.

Hamburger Knallköm – Knallköm ist das plattdeutsche Wort für Sekt, Grund genug für die Gründer, eine gleichnamige Marke zu entwickeln. Der Name soll Programm sein und alles einschließen, was man mit Norddeutschland verbindet. So entstand das maritime Design mit Anker und markigen Sprüchen wie „Wat mutt, dat mutt!“ und „Ein Gruß aus dem Norden!“. Hier geht es nicht um eine Produktidee sondern um ein reines Vermarktungskonzept. Eine schöne Idee, die aber wohl eher auf die Metropolregion Hamburg beschränkt bleiben wird.

Heiland Doppelbockliqueur – die drei jungen Münchner Stefan und Max Hofstetter und Kay Thieme haben einen Bierliqueur herausgebracht. Die Grundzutat ist bayerisches Bier. Dazu kommen Zucker, Rum und Gewürze, alles falls möglich aus regionaler Erzeugung. Ihr genaues Rezept bleibt geheim. Der Name HEILAND spielt bewusst mit der Religion. Schließlich waren es im Mittelalter die bayerischen Mönche, die das Bierbrauen zu einer Kunst machten. Der Likör schmeckt, hinterlässt aber nicht unbedingt einen nachhaltigen Eindruck. Produktidee, Geschichte und Präsentation wirken noch nicht stimmig. Man spürt, da probiert jemand etwas aus. Mit etwas Zuschliff kann daraus vielleicht etwas werden.

MyChipsbox – eine Ökotrophologin und ein Diplom-Kaufmann übertragen das aktuelle Thema handgemachter, hochwertiger Produkte auf Kartoffelchips. Der Name „My Chipsbox“ ist dabei etwas irreführend, denn es geht hier nicht um individualisierte Produkte, sondern „nur“ um außergewöhnliche Geschmacksrichtungen. Ein weiteres Produkt im ständig wachsenden Angebot um die Verbrauchergunst werbender ungewöhnlicher Chips-Kreationen.

Manfred Troike, 6. April 2016

Nachtrag vom 29. August 2016:

Die beiden Gründer von Grillido, Manuel Stöffler und Michael Ziegler, die schon eine Sandkastenfreundschaft verbindet,  treten mit ihrer Wurst-Idee am 30.8.16 in der 3. Staffel der VOX-Gründersho „Die Höhle der Löwen“ auf. – Wir sind gespannt, wie Ihre Idee dort ankommt.


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