Gastro-Gründungen: Was wurde eigentlich aus …?

LEINENLOS hat in den vergangenen Jahren schon einige Gründer vorgestellt. Einige haben ihr Vorhaben erfolgreich weiter entwickelt – ein kleiner Rückblick.

Trüffelschwein

Es ist genau fünf Jahre her: Im Oktober 2013 betrat ich mittags das neu eröffnete Restaurant „Trüffelschwein“ in Winterhude, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Ich bestellte eine schlichte Kürbiscremesuppe von der Mittagskarte und … wow … ich war unglaublich überrascht: Eigentlich ein schlichtes Gericht, aber dieser Geschmack, dieser Genuss! Ich bin dann noch einmal zu einem Abendmenü dort gewesen und war sofort überzeugt, hier etwas ganz Besonderes entdeckt zu haben.

Die weitere Geschichte von Kirill Kinfelt und seiner damaligen Geschäftspartnerin und heutigen Ehefrau Jana zeigten die Richtigkeit dieser Einschätzung: 2015 erkochte Kirill sich seinen ersten Stern, den er in den Folgejahren auch erfolgreich verteidigt hat. Der Stern hat sicher auch dazu beigetragen, dass sich nach der anstrengenden Zeit des Starts in die Selbständigkeit der Erfolg dauerhaft eingestellt hat.

Nun haben Kirill und Jana Kinfelt ein weiteres Restaurant eröffnet, in der HafenCity und deutlich größer als das intime „Trüffelschwein“. „Kitchen & Wine“ heißt es und ist 250 Quadratmeter groß mit Platz für etwa 70 Gäste. „Willkommen in der Familie“ ist das Motto dieses gehobenen Bistros. Die Gastgeber möchten sich hier von ihrer ganz persönlichen Seite zeigen. Das freundliche Ambiente ist einladend. „Ob Anwohner, Besucher der Elbphilharmonie oder Hamburg-Tourist. Wir laden zu ehrlicher Küche mit besten Zutaten, einem Glas Wein zum Wohlfühlen und einem guten Gespräch ein“, erklärt Kirill Kinfelt dieses Restaurant-Konzept. Ob Lunch, eine kleine Mahlzeit zwischendurch, ein stilvolles Abendessen oder einfach nur ein Glas Wein: Es soll für jeden etwas dabei sein.

„Essen macht Spaß! Guten Wein trinken macht auch Spaß! Bei uns macht es Spaß! Das ist es, was wir vermitteln wollen. Und das ist die Botschaft, die bei unseren Gästen wohl auch ankommt.“

Kirill Kinfelt, 2013

Diesem Motto sind Jana und Kirill treu geblieben.

Siehe auch:
Der Gast als Trüffelschwein – Gaumenüberraschungen garantiert, LEINENLOS 19. November 2013

Heimatjuwel

Im Oktober 2015 traf ich Marcel Görke zum ersten Mal und sprach mit ihm über seinen Traum vom eigenen Restaurant.  Im Mai 2016 war es dann soweit: er eröffnete das „Heimatjuwel“ in Hamburg-Eimsbüttel.

21 Restaurant-Betriebe aus Hamburg sind es, die es in diesem Jahr in Liste der Top 500 deutschen Restaurants der renommierten Fachzeitschrift „Der Feinschmecker“ geschafft haben.

Zu den leider immer noch weniger bekannten Hamburger Restaurants, die es in die Top 500 geschafft haben, zählt das Heimatjuwel in Eimsbüttel (zwei Feinschmecker-Punkte). „Im kleinen Lokal kreiert Marcel Görke mit besten norddeutschen oder zumindest nordischen Zutaten wie Zander aus der Müritz oder Havelländer Apfelschwein produktfokussierte Gerichte, die zeitgemäß und frei von Effekthascherei sind“, so die Tester.

Für LEINENLOS immer noch ein Hamburger Geheimtipp!

Wenn ich mich selbst charakterisieren sollte, dann würde ich meine Art zu Kochen nennen: Das ist das regional Inspirierte. Nordische Küche ist für mich meine Handschrift und Stilistik, die ich in den letzten Jahren immer mehr verfeinert habe.

Marcel Görke

Siehe auch:
Marcel Görke eröffnet „Heimatjuwel“, LEINENLOS 25. April 2016

Eisprinzessinnen

Sie haben beide Architektur studiert und haben einige Jahre im gleichen Architekturbüro in Hamburg gearbeitet. Dann aber haben sie bemerkt, dass sie nicht ihr Leben lang als Architektinnen arbeiten wollen. So haben sie „einfach mal angefangen rum zu spinnen, was man noch anderes machen könnte,“ erzählt Lara im Gespräch mit LEINENLOS 2015. Und da sie beide während des Studiums auch viel in der Gastronomie gearbeitet haben, lag der Gedanke nahe etwas Gastronomisches zu machen. Und für sie war auch von Anfang an klar: Es soll ein Tagesgeschäft sein. So gründeten sie eine Eisdiele, eigentlich mehr als eine Eisdiele: eine Eismanufaktur, in der es handgemachte und ungewöhnliche Eissorten gibt., ein gemütliches Eiscafé mit dem Namen Eisprinzessinnen.

Ihr Konzept wurde im Laufe der zeit mehrfach ausgezeichnet. Am 17. Mai 2018  feierten die Eisprinzessinnen ihren 4.Geburtstag. Jetzt wurden sie im Varta-Guide unter den 20 besten Eisdielen Deutschlands geführt. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!

Es ist zwar anstrengend. Aber es ist doch auch eine wunderschöne Arbeit, die wir beide hier machen. Was kann es denn schöneres geben: Du drückst einem Kind eine Kugel Eis in die Hand und bekommst das Leuchten der Kinderaugen zurück.

Die Eisprinzessinnen, 2015

Siehe auch:
Eisprinzessinnen: Unser schönster Lohn sind leuchtende Kinderaugen, LEINENLOS 12. Juni 2015

Dinner-Club „Zum Kuckuck“

Mit der Startinvestition von einbem Stab-Mixer, einem Bräter und einem Satz Weingläsert unternahm der Koch Ulf Lindeholz im Jahr 2013 seinen ersten Schritt in die Selbstständigkeit: Er gründete den Dinnerclub „Zum Kuckuck“. Sein Ziel war es von Anfang an mit dem Dinnclub-Ansatz als Einstieg in die Selbständigkeit zu nutzen, um auf das eigentliche Ziel, ein eigenes Restaurant, hin zu arbeiten. Dieser Ansatz ist auch aufgegangen.

Den „DinnerClub Zum Kuckuck“ gibt es nicht mehr. Ulf Lindeholz hat inzwischen einen eigenen Restaurant-Betrieb. Er führt nun das kaalia – Street Cuisine, Rentzelstraße 13 in Hamburg. Im „kaalia“ bietet er authentisches Streetfood, kombiniert mit der Finesse der französischen Küche und feinen Weinen in entspannter Bistro-Atmosphäre.

Im kaalia kombinieren wir die Finesse der französischen Küche mit kantig, rohen und würzig, scharfen Aromen der indischen Straßenküche. In offener Küche mit nur fünf Tischen im Gastraum, isst man wie ein Gast in unserem Wohnzimmer. Das ist uns das Wichtigste: gutes Essen, ein schöner Abend, gute Gespräche.

Ulf Lindeholz

Siehe auch:
Start-Investition: Ein Bräter, ein Stabmixer und ein Satz Weingläser, LEINENLOS 7. November 2013

 

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