Alkoholfreie Drinks sind der nächste Trend

Der Markt für alkoholfreie Ersatzprodukte wächst

Es sieht so aus, als wäre der nächste größere Trend das Trinken ohne Alkohol, denn im Bereich der Getränke hat es noch nie soviel Abwechslung gegeben wie heute. Der Markt für alkoholfreie Ersatzprodukte wächst: Crodino statt Campari, Whissin statt Whiskey, Diferente statt Wodka, Ronsin statt Rum.

Trend-Getränke Gin TonicIn den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland der Gin-Boom entwickelt, mit vielen neuen Sorten und spezialisierten Bars. Gin Tonic ist inzwischen in aller Munde. Auch Gin Tonic wird womöglich bald öfter ohne Alkohol getrunken. Im Gin-Boom hat zumindest die Marke Siegfried Rheinland Dry Gin eine alkoholfreie Version auf den Markt gebracht: das kalorienarme Kräuterwasser zum Mixen heißt „Wonderleaf„.

Der alkoholfreie Genuss ist in London bereits stark ausgeprägt. Von dort kommt zum Beispiel Seedlip, einer der ersten alkoholfreien englischen Spirituosen, einem destillierten Klaren, der mit Pflanzenextrakten, Gewürzen und Kräutern aromatisiert wird. Seedlip-Erfinder Ben Branson kam auf die Idee, als er beim Recherchieren über alte Kräuter in einem Buch aus dem 17. Jahrhundert über das Destillieren auch alkoholfreie Varianten entdeckte, dort beschrieben als Arzneimittel. Sein sauberer Gin kommt sogar ohne Süßmacher aus. Es ist eine Mischung aus Destillaten von Piment, Kardamom, Grapefruit, Zitronenschale, Eiche und Kaskarilla-Rinde. Die britische Erfindung ist nicht dazu gedacht, pur konsumiert zu werden, sondern als Bestandteil von Cocktails.

Alkoholfreie Alternativen zur Weinbegleitung

Auch bei der Weinbegleitung zu Menü-Folgen wird inzwischen mit alkoholfreien Alternativen experimentiert. Ein Gemüsesaft als Basis, der je nach Gericht mit weiteren Aromen angereichert wird, kann die Weinbegleitung im Restaurant ersetzen. Der Natursaft besteht dabei zum Beispiel zur Hälfte aus Äpfeln, einer sauren und einer süßen Sorte, dazu kommen Karotte, Petersilienwurzel und Stangensellerie. Alles wird entsaftet und bei 70 Grad schonend erhitzt. So gehen die Vitamine nicht verloren, aber die Feststoffe (eine Art Maische, ähnlich wie bei Bier) steigen nach oben und lassen sich abschöpfen. Zurück bleibt eine klare Flüssigkeit, die so gut riecht wie eine Streuobstwiese nach einem sommerlichen Regenschauer. Das Abschöpfen der Feststoffe ist auch wichtig, um dem Saft die Sattmacher zu entziehen. Denn würde man zu jedem Gang drei Äpfel und zwei Karotten verdrücken, bliebe ja kein Platz mehr für das Essen. Das Finden von alkoholfreien Alternativen bleibt jedoch besonders beim Wein eine Herausforderung: Alkohol ist nun einmal ein wesentlicher Geschmacksträger und gerade Wein ist ein ausgewogenes und geschmacklich komplexes Produkt. Das ergibt eine Struktur, die sich nicht leicht ersetzen lässt.

Wie gute Schaumweine, feinperlig und klar

Das Probieren wert sind die  „PriSeccos“ aus der Manufaktur Jörg Geiger in Schlat bei Göppingen – Säfte, die meist sortenrein geerntet, mit Kräutern, Blättern und Blüten kombiniert und mit Kohlensäure versetzt werden, die Getränke sind feinperlig und klar wie gute Schaumweine, aber alkoholfrei (daher auch der Name: Prickelt wie Secco – aber ohne Alkohol). Gäste, denen man das anbietet, kommen garantiert wieder.

Wunderbare Terrassen-Getränke lassen sich im Übrigen auch aus Blütensirups herstellen. Ein Sirup aus roten Kastanienblüten von Anja Quäschning, Inhaberin der „Deutschen Blütensektmanufaktur“, aufgegossen mit kaltem, klarem Wasser, ist ein Genuss, bei dem sich nacheinander die verschiedensten Töne von Dattel bis Pflaume auftun. Und empfehlen kann man auch die Gurkenlimonade von „Cucumis“, laut Hersteller „das erste Erfrischungsgetränk auf Gurkensaftbasis“, das es inzwischen auch in den Geschmacksrichtungen Kamille und Lavendel gibt.

Und zu guter letzt: Alkohofreie Getränke-Erlebnisse im Abo

Getränke-Innovation aus Hamburg: Cucumis - Limonade auf Gurkenbasis

Um Zeit und Geld zu sparen ist davon auszugehen, dass die Verbraucher immer mehr Kanäle und Technologien beim Einkauf ihrer Getränke ausprobieren und nutzen möchten. Das öffnet Tür und Tor für den nächsten Trend – Empfehlungen und eine neue Form der Personalisierung. Wie gut maßgeschneiderte Empfehlungen funktionieren können, zeigen im Lebensmittelbereich beispielsweise Abo-Services für Lebensmittel. Warum also nicht auch Abos für verschiedenartige gesunde, alkoholfreie Getränke-Erlebnisse anbieten?

Manfred Troike, 29. September 2018

Nachwort

Auch wenn die Zeichen auf Alkoholfreies weisen, möchte ich meinen Lieblingscocktail doch nicht missen. Und davon kenne ich leider keine alkoholfreie Variante, Cosmopolitan 1934:

Seit etwas mehr als zehn Jahren macht eine unbekannte Gin-Variante des weltberühmten Klassikers „Cosmopolitan“ die Runde. In einem Buch von 1934, dem „Traveling Mixologist on Gin“, findet sich diese feine, Gin schmeichelnde Variante. Dank dieses Fundes hat sich für Gin-Liebhaber der Name Cosmopolitain 1934 etabliert. Fans der Wodka-Variante sind, sollten ihn probieren, Gin-Liebhaber sowieso.

Im Shaker:

  • 6 cl Brooklyn Gin
  • 2 cl Cointreau
  • 1 cl Himbeersirup (Darbo)
  • 2,5 cl frischer Zitronensaft
  • Shake, strain, serve.


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